Kia Sorento
Kultivierte Kraft und schöne Optik
Als Kia vor sieben Jahren seinen Sorento auf den deutschen Markt brachte, standen die Zeichen für dieses Auto sofort auf Erfolg.
Harburg. Als Kia vor sieben Jahren seinen Sorento auf den deutschen Markt brachte, standen die Zeichen für dieses Auto sofort auf Erfolg. Als Alternative zu den deutlich teureren Autos BMW X5 und Mercedes M-Klasse gab es für den koreanischen SUV eigentlich keine ernsthaften Konkurrenten. Erstmals seit dem Europa-Debüt gab es bei einem Kia-Modell Lieferfristen.
Die Situation hat sich geändert. Es gibt inzwischen zahlreiche Modelle anderer Hersteller, die mit dem Sorento wetteifern und die Diskussion um hohen CO2-Ausstoß sowie die Wirtschaftskrise haben diese Fahrzeuggattung auch nicht gerade begünstigt. Konsequenterweise haben die Koreaner zum Generationswechsel eine Kurskorrektur vorgenommen: Der aktuelle Sorento ist schöner und schlanker, sparsamer und schneller, komfortabler, kräftiger und auch noch billiger als sein Vorgänger.
Trotzdem ist das Auto um zehn Zentimeter größer geworden. Und das merkt man vor allem im Innenraum, der jetzt noch mehr Komfort bietet und auch der Kofferraum kann mehr aufnehmen.
Dass der Wagen trotz des neuen Formats schlanker wirkt, liegt an dem tiefer heruntergezogenen Dach, dem eleganten Familiengesicht und den markanten Sicken in den Flanken.
Leiterrahmen und Starrachse haben auch ausgedient. Der Sorento ist gebaut wie ein moderner Pkw. Die Karosserie trägt sich selbst, und die Räder sind einzeln aufgehängt. Das macht sich - wie unsere Testfahrten bewiesen - vor allem in puncto Fahrkomfort bemerkbar. So bot unser Testfahrzeug auf allen Straßenarten bis hin zu winterlichen Berg- und Gefällstrecken immer höchsten Komfort und beste Fahreigenschaften. Der limousinenmäßige Fahreindruck resultierte aus dem guten Gefühl für die Straße und einer Lenkung, die angesichts ihrer Präzision keine Wünsche offen lässt.
Auch der Motor in unserem Testwagen, ein 2,2-Liter-Turbodiesel, vermittelte uns einen gleichermaßen dynamischen wie kultivierten Eindruck. Das Aggregat harmoniert ausgesprochen gut mit dem Sechsgang-Automatikgetriebe.
Gerade in den Alpen wurde die Leistungsfähigkeit des Triebwerks immer wieder auf den Probe gestellt - und alle Prüfungen meisterte er mit Bravour. Besonders das mächtige Drehmomentmaximum von 421 Newtonmetern spielte seine Stärken aus.
Unser Allrad-Sorento (das Auto wird auch als Fronttriebler angeboten) zeigte sich zudem allen Anforderungen auf vereisten Strecken und im matschigen Gelände trotz normaler Straßenreifen so gut gewachsen wie ein reinrassiger Geländewagen. Damit bietet das Auto auch für Interessenten, die viel mit Anhänger und im Gelände unterwegs sind, eine gute Alternative.
Für den hohen Stellenwert des Sorento spricht, dass er bereits von "Auto Bild" zum besten Import-SUV seiner Klasse gekürt worden ist. Dabei setzte sich der Koreaner gegen 27 Modelle ausländischer Marken durch. In der Gesamtwertung belegte zudem Platz drei und musste sich nur VW Tiguan und Audi Q5 geschlagen geben.
