Nissan 370 Z
Rasseauto mit japanischen Genen
Japanische Sportwagen gehören in Deutschland seit den 70er-Jahren zu den attraktiven Angeboten für eine spezielle Klientel. Sie sind schon immer bezahlbar gewesen.
Zwischenzeitlich hatten die Asiaten diese Tradition allerdings ein wenig aus den Augen verloren. Lediglich Mazda mit seinem Wankelmotor im RX-8 und die Z-Reihe von Nissan hielten in den vergangenen Jahren die Fahne hoch. Sechs Jahre nach dem Comeback mit dem Vorgänger (350 Z) hat Nissan für den Nachfolger 370 Z Design und Format grundlegend verändert. So brilliert der japanische Porsche jetzt mit markanten Konturen in Z-Optik bei Scheinwerfern und Rückleuchten. Passend dazu die Stege im Kühlergrill: Sie sollen die Assoziation zu einer Giftschlange herstellen - eine sehr passende Charakterisierung dieses Autos, wie unsere Testfahrten zeigen sollten.
Neu ist aber auch der Zuschnitt des 370 Z: Zehn Zentimeter weniger Radstand, bis zu sechs Zentimeter mehr Spurweite, ein tieferer Schwerpunkt durch den nach unten gerückten Motor machen das Coupé spürbar agiler auf der Straße.
All diese Neuerungen machen den 370 Z zum ultimativen Spaßauto - besonders vor dem Hintergrund eines für ein solches Auto sensationellen Preises von 38 690 Euro. Der Sportler mit dem japanischen Herzen und einer europäischen Prägung liebt die Schaltvorgänge und gehorcht aufs Wort (auf jeden leichten Fußdruck), wenn er seine Muskeln spielen lassen soll. Mit diesem Auto lässt es sich vortrefflich durch enge Kurven preschen.
Das Herz für diese Eigenschaften ist ein V6-Motor, dessen Hubraum gegenüber dem Vorgänger auf 3,7 Liter aufgebohrt worden ist und der auch deshalb den Namen 370 Z (gegenüber 350 Z) erhalten hat.
Mit seinen 331 PS ist das Auto hervorragend gerüstet für jede flotte Fahrt auf der Landstraße, aber auch für die eine oder andere Runde auf dem Rennkurs. Aber nicht nur die reine PS-Zahl verleiht dem flotten Japaner seine sportlichen Gene. Das maximale Drehmoment von 366 Newtonmetern sorgt zusätzlich für einen mächtigen Schub.
Als wenn sich der 370 Z mit seinen Hinterrädern im Asphalt festkrallt, beißen sich seine Pneus auf der Fahrbahn fest, und dann schießt das Auto innerhalb von 5,3 Sekunden auf die 100-km/h-Marke. Seine Kraft würde für deutlich mehr Geschwindigkeit sorgen, wenn Nissan nicht aus Sicherheitsgründen bei 250 km/h elektronisch abregeln würde - reicht ja auch, oder?
Aber auch im Innenraum hat Nissan richtig etwas für die Qualitätsanmutung getan. Die Oberflächen der Verkleidungen wirken hochwertiger, das Leder hat einen feineren Glanz erhalten.
Die dominante Rolle spielt dort der Drehzahlmesser, der bis 9000 Touren reicht und dem Fahrer als Schaltempfehlung rote Blitze entgegenschleudert, bevor die Nadel in den roten Bereich entwischt.
Fazit: Mit dem Nissan 370 Z gibt es nicht nur eine preiswerte Alternative zum puristischen Porsche. Dieses Auto versteht es fast genauso gut wie der Parade-Sportwagen, Herz und Bauch seines Fahrers zu beherrschen.
