Hyundai Santa Fe

Santa Fe - Ganz viel Großes!

Hyundais jüngster SUV hat überhaupt keinen Grund, irgendeinen seiner Konkurrenten zu fürchten.
Hyundai, santa Fe, SUV, Fahrbericht, Geländewagen

Der Hyundai Santa Fe der dritten Generation zeigt sich eigenständig und modern.

Harburg. Man lernt eben nie aus: „Ich dachte, immer, die bauen nur kleine Autos für kleine Menschen“, sagte meine Frau mit gewohnt kritischem Blick auf unseren jüngsten Testwagen – ein sogenannter SUV des koreanischen Autobauers Hyundai. Und wie üblich war dabei auch ihr alles, was Autos angeht, stets in Frage stellender spitze Unterton nicht zu überhören. Ihre folgende Feststellung, „Großer Auftritt!“, darf deshalb getrost als Ritterschlag für den neuen Santa Fe gewertet werden. Nahm meine Frau doch in zwei Wörtern bereits das voraus, was wir in 14 Tagen Alltagstest mit dem Santa Fe 2,2 CRDi 4WD Premium AT, so die exakte Bezeichnung, erst erleben sollten. Da sage noch einer, Frauen hätten keine Ahnung von Autos! Mit dem Santa Fe der ersten Generation wagte Hyundai vor rund zehn Jahren den Einstieg in den boomenden Markt der SUV. Zur Fußball- WM 2006 folgte die erste technische und optische Überarbeitung. Seit Jahresbeginn rollt nun die dritte Generation des Santa Fe auf deutschen Straßen. Wobei sich optisch eher wenig getan hat. Die Linienführung ist sportlich elegant und ohne Schnickschnack, aber eigenständig und mit hohem Wiedererkennungswert. Es sind vielmehr die inneren Werte, mit denen der Santa Fe begeistern und punkten kann: üppiger Platz im Fahrgastraum, zudem kommt der Koreaner im Gegensatz zu seinen deutschen Konkurrenten von Mercedes, BMW, VW und Audi gegebenenfalls sogar als Siebensitzer daher. Wobei die dritte Sitzreihe, die allerdings nur für „Zwerge“ geeignet ist, im Boden des Gepäckabteils (528 beziehungsweise bei umgelegter zweiter Sitzreihe fast 1600 Liter) schwindet. Modern, übersichtlich und hochwertig präsentiert sich das Cockpit, auch wenn Holz und Alu nur Imitate sind. Fazit: Hier passt alles zusammen, auch die blaue Hintergrundbeleuchtung der Instrumente, die bei Konkurrent VW abgekupfert ist. Apropos Konkurrenz: Dass der Santa Fe im umkämpften Markt der Mittelklasse-SUV überhaupt mitmischen kann, hängt nicht nur von seinem vergleichsweise günstigen Preis ab, sondern ganz entscheidend auch von Motorleistung und Fahrwerk – auch wenn’s manchmal rumpelt und ein bisschen schaukelt. Der neue 197-PSDiesel hält sich sowohl akustisch als auch beim Durst angenehm zurück – der Durchschnittsverbrauch unseres Testwagens lag in den zwei Wochen bei gerade einmal knapp achteinhalb Litern pro 100 Kilometer. Rund zehn Sekunden auf 100 km/h und eine Endgeschwindigkeit von fast 200 „Sachen“ reichen für nahezu alle Alltagssituationen. Der Antrieb erfolgt übrigens gegebenenfalls im Normalbetrieb über die Vorderräder und nur im Bedarfsfall im Gelände variabel mit bis zu 50 Prozent auch über die Hinterachse. Freude bereitete auch die geschmeidige Sechsgangautomatik mit zweiter manueller Schaltebene. Fazit: Ein großer Koreaner mit einem großen Auftritt, der seine großen Konkurrenten von den großen deutschen Autogrößen angesichts eines großen Preisvorteils von rund 10 000 Euro nicht fürchten muss. Ganz viel Großes, also!

Infobox

Technik

Motor: Vierzylinder-Reihendiesel mit Commonrail- Technik, Hubraum 2199 ccm, 145 kW/197 PS bei 3800/min, max. Drehmoment 422 Nm bei 1800/ min, Euro-5-Norm, CO2- Emission 176 g/km Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 190 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 9,8 Sek. Verbrauch: Diesel, Stadt 8,8 l, außerstädtisch 5,6 l, Mix 6,8 l (Herstellerangaben), Test 8,2 l Abmessungen: Länge 4,66 m, Breite 1,89 m, Leergewicht 1915 kg, Zuladung 655 kg, Kofferraum 528/ 1582 l, Tank 70 l Grundpreis: 34 640 Euro

Infobox

Bewertung

Motor: 5 Sterne Verarbeitung: 5 Sterne Fahrverhalten: 4 Sterne Verbrauch: 5 Sterne Komfort: 4 Sterne Sicherheit: 5 Sterne Umweltfreundlichkeit: 4 Sterne Preis/Leistung: 5 Sterne