Dacia Sandero

Elegantes Auto für rationale Fahrer

Die Zeit der Vampire aber ist in Osteuropa von der Zeit der Autobauer abgelöst worden. Statt Graf Dracula hat Dacia das Ruder übernommen.
Dacia Sandero, Fahrbericht, Renault, Rumänien

Elegante Erscheinung: Der Sandero des rumänischen Herstellers Dacia.

Harburg. Es gab Zeiten, da war Rumänien höchstens als Heimat von Graf Dracula bekannt. Die Zeit der Vampire aber ist in Osteuropa von der Zeit der Autobauer abgelöst worden. Gut so, denn sonst hätten meine Töchter den Wagen nicht freiwillig bestiegen. Dacia lautet der Name des Herstellers, der von den Erfahrungen des französischen Mutterkonzerns profitiert. Der Verkauf der ersten Modelle wurde in erster Linie über den Kampfpreis befeuert. Wenig Geld für wenig Bequemlichkeit war das inoffizielle Motto, für das Doubles von Che Guevara, Wladimir Lenin und Fidel Castro im Fernsehen Werbung machten. Ein wenig hat nun auch Dacia die Messlatte angehoben. Das machte der Sandero, der uns in der obersten, Lauréate genannten Ausstattungsvariante für zweiwöchige Testfahrten zur Verfügung stand. Die Preisliste beginnt bei 8990 Euro. Dafür ist der Rumäne mit einem 75 PS starken 1,2-Liter- Motor ausgestattet, der uns auf den Fahrten zwischen Wohnort und Redaktion zu keiner Zeit enttäuschte. Sowohl auf dem Weg zur Arbeit als dann auch auf der Autobahn überzeugte der Antrieb durch seine Laufruhe und seine Leistungsbereitschaft. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 161 Stundenkilometern gehört der Rumäne, dessen ansprechendes Äußeres so gar nicht mit dem Image einer Billigmarke korrespondieren will, nicht zu den Geparden auf dem Asphalt. Doch schon bei diesem Thema trifft man den Kern der ganzen Geschichte. Welchen Zweck soll ein Automobil erfüllen? Geht es um Prestige und neidische Blicke der Nachbarn, kann man mit einem aufgemotzten Westeuropäer, den man gebraucht gekauft hat, sicherlich für mehr Aufsehen sorgen. Möchte man aber einen neuen Wagen mit einer vernünftigen Grundausstattung erwerben, ist der Dacia Sandero ganz bestimmt keine schlechte Wahl. Sicherlich erinnert das Fahrzeug-Innere mit seiner Materialausstattung eher an Plaste- und Elaste-Zeiten. Aber echtes Nussbaumholz kann sich sowieso kaum jemand leisten. Und wer auf Imitate setzt, ist ohnehin nur – genau: ein Blender. Im Hause Dacia wird der Sandero so angepriesen: „Mit seinem frischen Design wendet sich der Sandero an ein Publikum, das zwar einen rationalen Zugang zum Automobil hat, aber auf Eleganz und einen modernen Auftritt nicht verzichten will.“ Ein Urteil, das man getrost unterschreiben kann.

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Technik

Motor: SOHC-Vierzylinder- Reihenmotor mit 16-Ventil- Technik, Hubraum 1149 ccm, 55 kW/75 PS bei 5500/min, maximaler Drehmoment 107 Nm bei 4250/min, Euro- 4-Norm, CO2-Emission 135 g/km Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 161 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 13,6 Sekunden Verbrauch: Superbenzin, Stadt 7,4 l, außerstädtisch 4,8 l, Mix 5,7 l (Herstellerangaben), Der Verbrauch während der HAN-Testfahrten lag bei 6,3 Liter Abmessungen: Länge 4,02 m, Breite 1,75 m, Leergewicht 1050 kg, Zuladung 420 kg, Kofferraum 320/1200 l, Tank 50 Liter Grundpreis: 8990 Euro

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Bewertung

Motor: 4 Sterne Verarbeitung: 3 Sterne Fahrverhalten: 4 Sterne Verbrauch: 4 Sterne Komfort: 3 Sterne Sicherheit: 4 Sterne Umweltfreundlichkeit: 4 Sterne Preis/Leistung: 5 Sterne Höchstwertung: sechs Punkte