Mercedes 350 CLS CGI

Der Trendsetter legt nach

Mit dem CLS hatte Mercedes-Benz im Jahr 2003 eine neue Fahrzeugkategorie geschaffen, die erstmals die Eleganz und Dynamik eines Coupés mit dem Komfort und der Funktionalität einer Limousine verbinden sollte. Die Resonanz war riesengroß, die Konkurrenz düpiert. Mercedes nutzte diesen Vorsprung, blieb jahrelang der einzige Anbieter eines solchen Autos.
Mercedes CLS 350 CGI

Einfach nur schön: Wie schon sein Vorgänger, beeindruckt auch der neue Mercedes CLS mit seinem Blechkleid.

Harburg. Inzwischen haben die Mitbewerber aus München und Ingolstadt nachgezogen und es wurde Zeit für eine neue CLS-Generation. Ein faszinierendes Design und kultivierte Sportlichkeit stand dabei natürlich wieder ganz obenan in den Auftragsbüchern der Entwickler. Vom Ergebnis dieser Arbeit konnte sich die HAN-Redaktion während einer zweiwöchigen Testphase überzeugen. Wir fuhren die Version CLS 350 CGI.

Der neue CLS soll ein Ausrufezeichen für die zukünftige, sinnliche Formensprache von Mercedes-Benz setzen, heißt es im Konzern. Die Proportionen für diese Zielsetzung sind markant: Lange Motorhaube, schmale Fenstergrafik mit rahmenlosen Seitenscheiben, dynamisch nach hinten geneigtes Dach. Die zweite Generation des Trendsetters sucht Anklänge an den SLS AMG.

Die Kühlermaske ist nicht optisch in die Motorhaube integriert, sondern separat gestaltet. Dies setzt die sportlich-lange Motorhaube noch besser in Szene. Dominiert wird der Grill vom großen Zentralstern, der die Verwandtschaft zu den anderen Coupés der Marke betont und die Markenidentität stärkt. Athletik signalisieren auch die großen, dunklen, in die Breite gestreckten Lufteinlässe mit schwarzen Gittern.

Ein weiteres markantes Detail sind die Voll-LED-Scheinwerfer, die weltweit erstmals alle dynamischen Lichtfunktionen in LED-Technik bieten. Diese Innovation wird eindrucksvoll inszeniert: Ihr Innenleben ist von oben nach unten in drei Ebenen gegliedert. In der obersten Ebene ein LED-Blinker, darunter umfasst ein auffälliges LED-Positionslicht die Abblendlichtfunktion.

Überraschendes erleben Fahrer und Passagiere im Innenraum. So bietet das Auto erstaunlich viel Platz, speziell auf den Rücksitzen. Hier ist es weder Coupé-typisch eng für Kopf und Beine noch muss man auf eine gut konturierte Sitzfläche und Rückenlehne verzichten. Im CLS reist es sich auch im Fond vorzüglich.

Dagegen müssen sich die Insassen an die eingeschränkte Aussicht durch die schmalen Seitenfenster im Fond erst gewöhnen und auch die Rundumsicht für den Fahrer ist nicht optimal. Aber das dürfte nach einer Eingewöhnungsphase keineswegs als Manko bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen, zumal ja gerade dieser Karosserie-Schnitt den optischen Reiz des Autos ausmacht.

Unser CLS 350 CGI leistete mit seinen 306 PS eine überzeugende Arbeit im Fahrbetrieb. Das Auto ist trotz seiner Größe uns seines Gewichts leichtfüßig und sprintstark. Am meisten Spaß macht es allerdings, mit dem CLS auf der Landstraße oder auf der Autobahn zu cruisen. Die Fahrt mit dem CLS ist so entspannt, dass auch bei längeren Strecken Nacken und Rücken nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Infobox

Technik

Motor: Sechszylinder-V-Motor Direkteinspritzung, Hubraum 3498 ccm, 225 kW/306 PS bei 6500/min, max. Drehmoment 370 Nm bei 3500/min, Euro-5-Norm, CO2-Emission 159 g/km Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 6,1 Sek. Verbrauch: Superbenzin, Stadt 9,1 l, außerstädtisch 5,4 l, Mix 6,8 l (Herstellerangaben), Test 9,8 l Abmessungen: Länge 4,94 m, Breite 1,88 m, Leergewicht 1735 kg, Zuladung 485 kg, Tank 80 l Grundpreis: 68500 Euro