Mercedes R300 CDI
Liebe auf den zweiten Blick für den Raumgleiter von Mercedes
Wer angesichts der immensen Größe der Mercedes R-Klasse bei der Markteinführung im Jahr 2006 gemeint hatte, dieses Auto sei gerade einmal für den US-Markt interessant, der wurde vom Daimler-Benz-Konzern eines Besseren belehrt. Auch in Europa wird die R-Klasse geliebt und gekauft. Nach China werden 60 Prozent des Absatzvolumens verkauft, in den USA sind es 28 Prozent. So machte es auch Sinn, dass die Stuttgarter ihren Riesen-Van noch einmal überarbeitet haben.
Harburg. Das Basismodell R 300 CDI BlueEfficiency stand der HAN-Redaktion zwei Wochen lang zum Test zur Verfügung und so mancher Kollege fand nach anfänglicher Skepsis Gefallen an dem groß dimensionierten Mercedes.
Das Einstiegsmodell ist ausschließlich mit kurzem Radstand (2,98 Meter) und ohne Allradantrieb zu haben - ein Zugeständnis an den deutschen und europäischen Automarkt, denn in China und den USA wollen die Kunden fast ausschließlich die R-Klasse der Superlative (Allradsystem, langer Radstand, V8-Motor).
Grundsätzlich ist die R-Klasse mit dem Automatikgetriebe 7G-Tronic der neuesten Generation ausgestattet. Der siebenstufige Getriebeautomat erhielt reibungsminimierte Lager und Kupplungen. Veränderte Öldrücke und ein neues Leichtlauföl verringern die Reibungs- und Panschverluste. Diese Technik optimiert die ohnehin schon weltbeste Getriebetechnik von Mercedes noch einmal.
Der komplett überarbeitete Vorderwagen mit neu gestalteter Motorhaube, Kotflügeln, Kühlergrill und Kühlermaske, Scheinwerfern und Stoßfängern lässt das gesamte Fahrzeug trotz seiner Größe ebenso harmonisch wie dynamisch erscheinen. Zudem soll der überarbeitete Heckbereich mit neuer Stoßfängerverkleidung, geänderten Heckleuchten und integrierten Endrohrblenden die Attraktivität steigern.
Auch mit dem Basismotor wird der Zwei-Tonnen-Riese adäquat bewegt. Die Beschleunigung ist respektabel und das Auto bleibt mit seinem Spritdurst in erträglichen Bereichen. Wer jedoch gern schnell beschleunigt, wird die Quittung umgehend an der Zapfsäule erhalten. Trotz moderater Fahrweise haben auch wir es nicht geschafft, einigermaßen an die theoretischen Verbrauchswerte des Herstellers heranzukommen.
Seine großen Stärken hat die R-Klasse bei Langstreckenfahrten - und dafür ist dieses Auto zumindest für den europäischen Markt auch konzipiert. Die besten Eigenschaften eines Raumgleiters garantieren den Insassen eine völlig entspannte Reise. Hinzu kommt die großzügige Kopf- und Beinfreiheit im Fond, die die R-Klasse auch zum idealen Shuttle-Fahrzeug machen. So bietet dieses Auto für die speziellen Einsatzgebiete bestmögliche Voraussetzungen.
