Dacia Duster

Provokateur unter den Kompakt-SUV

Die rumänische Tochter Dacia des Renault-Konzerns sorgt weiter für Schlagzeilen. So, wie der ehemalige Billighersteller Skoda unter dem VW-Dach immer mehr die Qualität entdeckt hat und mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis schließlich sogar den Mutterkonzern ins Grübeln brachte, sorgt Dacia mit immer besseren Modellen zu unschlagbaren Preisen für sprunghaft steigende Zulassungszahlen.
Dacia Duster

Der Dacia Duster gibt eine gute Figur ab: ein Dacia-Modell, bei dem auch die Ästhetik bei der Kaufentscheidung mitspielt

Harburg. Es hat sich herumgesprochen: Wer nicht höchste Ansprüche auf das Image seiner Automarke legt, ist mit Dacia-Modellen bestens bedient. Das belegt gerade der Kompakt-SUV der Rumänen: der Duster.

Unser Testwagen - ein Duster mit 90-PS-Dieselmotor und Vorderradantrieb - sieht in der Papierform eher bescheiden aus. Das Testfahrzeug war beispielsweise nur mit dem Frontantrieb ausgestattet - was in diesem Segment aber auch voll im Trend liegt. Immerhin kaufen Dacia-Kunden nicht aus dem Bauch heraus, sondern vielmehr mit rationalen Abwägungen. Ein Dacia soll haben, was man unbedingt braucht, mehr nicht.

Trotzdem spielt gerade die Ästhetik eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung. Das belegt die bereits jetzt große Beliebtheit des Duster. Das Auto präsentiert sich als ein potenter Marken-Botschafter mit guter Figur. Passanten schauen diesem Auto erstaunlich oft hinterher.

Der kompakte SUV ist mit 4,31 Meter Länge ist kein Riese, aber sein langer Radstand und die respektable Höhe ermöglichen einen großzügigen Innenraum, von dem Knie- und Kopffreiheit von Fondpassagieren und das Kofferraumvolumen profitieren. Alle Personen an Bord können entspannt sitzen und haben dank der erhöhten Position gute Sicht nach allen Seiten.

Im Innenraum sollte man angesichts des günstigen Preises nicht zu viel erwarten - irgendwo muss der niedrige Preis ja herkommen. Schlichte Sachlichkeit prägt Armaturentafel und Verkleidungen. Die Materialien sind einfach, aber vernünftig verarbeitet. Lediglich die Plastikgeruch-Ausdünstungen stören das Wohlgefühl ein wenig.

Einen guten Eindruck hinterließ das Fahrwerk. Es steckt Fahrbahnunebenheiten relativ gut weg. Und auch unser Turbodieselmotor absolvierte seine Arbeit zwar nicht immer ganz leise, aber dennoch mit erstaunlicher Dynamik und Elastizität. Im Dauerbetrieb (Autobahnfahrten) schnurrt der kleine 1,6-Liter-Motor sehr schön ruhig. Der SUV kommt zwar nicht wirklich mit geballter Muskelkraft daher, er ist aber auch keineswegs untermotorisiert.

Die Ausstattung unseres Testwagens (Ambiance) erfüllt die wesentlich Käuferwünsche. So gehören beispielsweise eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und die meisten anderen zeitgemäßen Ausstattungskomponenten dazu. Ein ESP ist allerdings nur optional erhältlich. Andere Ausstattungen, wie eine Anhängerkupplung für 380 Euro sind für erstaunlich wenig Geld zu haben.

Der Duster ist nicht nur wegen seiner aggressiven Preispolitik ein Provakateur in der Klasse der kompakten SUV, wo selbst koreanische und japanische Hersteller für ihre Modelle deutlich mehr Geld verlangen. Wer gar die deutsche Konkurrenz zum Vergleich heranzieht, wird feststellen, dass preislich Welten zwischen den Autos liegen - zugegebenermaßen bei deutlich hochwertigerer Ausstattung und Verarbeitung. Aber wie bereits erwähnt: Der Dacia-Kunde braucht weder Markenimage noch Luxus. Und das verleiht dem Dacia Duster seine volle Daseinsberechtigung.

Infobox

Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodieselmotor mit Commonrail-Technik, Hubraum 1461 ccm, 66 kW/90 PS bei 3750/min, max. Drehmoment 200 Nm bei 1750/min, Euro-5-Norm, CO2-Emission 130 g/km Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 156 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 13,8 Sek. Verbrauch: Diesel, Stadt 5,7 l, außerstädtisch 4,8 l, Mix 5,0 l (Herstellerangaben), Test 5,7 l Abmessungen: Länge 4,32 m, Breite 1,82 m, Leergewicht 1265 kg, Zuladung 475 kg, Kofferraum 475/1636 l, Tank 50 l Grundpreis: 14390 Euro