Buchtipp

Tolle Bilder und spannende Details

Zugegeben: Es gibt spannendere Titel für ein Buch. Wer nur auf "Die Geschichte der Deutschen in Amerika" achtet, dürfte in erster Linie an eine staubtrockene wissenschaftlich Abhandlung denken.
Buch Deutsche in Amerika

Ein lesenswertes Buch: "Die Geschichte der Deutschen in Amerika".

Doch das Buch, das Alexander Emmerich für den Fackelträger-Verlag geschrieben hat, ist das exakte Gegenteil. Es ist ein toll gestaltetes Buch über die deutschen Auswanderer in das "gelobte Land" und deren Entwicklung in der neuen Umgebung.

Eingebettet in den Haupttext, der einen historischen Bogen vom Jahr 1680 bis in die Gegenwart spannt, werden immer wieder Texte mit zusätzlichen Informationen über Ereignisse und Personen. Sicherlich ist es nicht unbekannt, dass Ketchup und Blue Jeans zwar als uramerikanisch gelten, aber ohne deutsche Einwanderer in die USA gar nicht möglich gewesen wären.

Die kleinen Geschichten über Levi Strauss (Erfinder der Jeans), Henry-John Heinz (er machte den Ketchup berühmt) sowie den Brauerei-Gründer Eberhard Anheuser und den Hotel-Magnaten John Jacob Astor stecken voller lesenswerter Details.

Weitestgehend unbekannt dürfte dagegen sein, dass es ein Deutscher war, der den einzigen Vertrag mit Indianern geschlossen, hat, der niemals gebrochen wurde. Im Jahr 1847 unterzeichnete Otfried Hans Freiherr von Meusebach im Namen deutscher Kolonialisten in Texas einen Kontrakt mit dem Stamm der Komantschen. Der Willen zu einer friedlichen Koexistenz wurde tatsächlich gelebt. Was wäre nur aus John Wayne geworden, wenn sich alle Siedler so verhalten hätten? Aufgeräumt wird mit der Legende, dass Deutsch beinahe Amtssprache in den Vereinigten Staaten geworden wäre.

Auf den 256 Seiten von "Die Geschichte der Deutschen in Amerika" gibt es mehr als 250 Abbildungen, die fantastische Zeitzeugnisse (zum Beispiel ein Werbeschild mit der Aufschrift "A Wienerwurst free with each drink/Für jedes Getränk eine Wiener gratis") darstellen.

  • Alexander Emmerich: Die Geschichte der Deutschen in Amerika. Fackelverträger-Verlag. 29,95 Euro.