Wer Loriots "Dickie Hoppenstedt" wirklich ist
Katja Bogdanski ist mit "Zickezacke Hühnerkacke" unsterblich geworden
Michelle Kossel
Holtorfsloh. Leicht hat es Katja Bogdanski (38) als kleines Mädchen nicht gehabt. "1978 war ich die dickste Schülerin der Bassener Grundschule. Dementsprechend wurde ich oft gehänselt." Doch das sollte sich ändern. Denn ausgerechnet Klein-Katja wurde von Vicco von Bülow alias Loriot für den legendären Kult-Sketch "Weihnachten bei Hoppenstedts" entdeckt. Als dickes freches, geschlechtsneutral anmutendes Enkelkind von "Opa", gespielt von Loriot, tritt Katja Bogdanski als Dickie Hoppenstedt gegen den Fernseher, "entzückt" mit dem Gedicht "Zickezacke Hühnerkacke" und bekommt als Weihnachtsüberraschung ein kleines Atomkraftwerk geschenkt.
Die 25-minütige Groteske um eine Spießerfamilie, die Weihnachten feiert, hat Kult-Status und wird regelmäßig an den Weihnachtsfeiertagen im Fernsehen gezeigt. Doch davon ahnte Bogdanski als Zweitklässlerin im Spätsommer 1978 auf dem Schulhof in Bassen noch nichts. "Ausgerechnet unser Hausmeister Mitschke brachte das Redaktionsteam von Radio Bremen, das mit dem Casting für Loriot beauftragt war, darauf, mich kennenzulernen." Gesucht wurde ein kleines, dickes, auf-gewecktes Kind. "Unserm Hausmeister war sofort klar, dass nur ich in Frage kommen könnte."
Die Eltern von Katja Bogdanski waren angetan von dem neuen "Nebenjob" ihrer Tochter, "obwohl es ja eigentlich netter ist, als kleine Märchenprinzessin entdeckt zu werden". Doch: "Fernsehen war damals noch etwas Besonderes. Alle fanden es spannend und aufregend, mitzuerleben, wie ein Film entsteht."
Vicco von Bülow entschied sich während des Vorsprechens der Kandidaten schnell für Katja Bogdanski. "Ich musste einen Text aufsagen und auf und ab gehen. Als Loriot dann lachte und sagte, ,das passt', war ich sehr stolz."
Erst Jahre später hat sie erfahren, wen sie damals glatt ausgestochen hatte. Denn der heutige Star-Entertainer Hape Kerkeling, der auch zum Casting geladen war, hatte gegen die kleine blonde Katja keine Chance. "Das wurmt ihn heute noch", weiß die Holtorfsloherin.
Die Dreharbeiten hat sie als anstrengend in Erinnerung. "Ich hätte nicht gedacht, dass Humor eigentlich harte Arbeit ist. Loriot ist ein Perfektionist und hat seine eigenen Vorstellungen, die er umgesetzt wissen will." Immer wieder mussten die Szenen zu "Weihnachten bei Hoppenstedts" wiederholt werden. "Ich hab' wohl 88 Male gegen den Fernseher getreten, bis Vicco von Bülow sein Okay gab." Ähnlich verhielt es sich mit Grimassenziehen wie Zungeherausstrecken und dem Aufsagen von "Zickezacke Hühnerkacke" nicht einfach für eine Siebenjährige. "Außerdem war ich zwar aufgeweckt, aber eben nicht so frech und bockig, wie es von Dickie Hoppenstedt gefordert wurde." Da war es beruhigend, dass die Mutter von Katja Bogdanski immer am Set war, Tränen trocknete und für Beschäftigung sorgte, wenn sich die anderen Schauspieler durch die Szenen spielten und Katja auf ihren Einsatz warten musste.
Der Starruhm ließ nicht lange auf sich warten. Denn "Dickie Hoppenstedt" wurde schon mal zu den Dreharbeiten per Chauffeur von der Schule abgeholt. "Da spielte meine pummelige Figur keine Rolle mehr. Stattdessen habe ich sogar Autogramme gegeben Karten, die meine Eltern gebastelt hatten." Auch nach dem Dreh für "Weihnachten bei Hoppenstedts" kamen Angebote für den "Kinderstar". So trat Katja Bogdanski bei Rudi Carrell in seiner Show "Am laufenden Band" auf und in Sketchen mit Diether Krebs und Iris Berben eigentlich gute Voraussetzungen für eine steile Schauspielerinnen-Karriere. Aber es kam anders. "Meine Mutter sagte irgendwann, ich solle erst die Schule zu Ende machen." Danach fand sie das Show-Geschäft nicht mehr so spannend, wurde stattdes- sen Parfümeriefachverkäuferin und Visagistin. Heute ist sie Vertriebsleiterin für ein Kosmetikunternehmen. "Das war damals eine schöne Lebenserfahrung, und es macht mich stolz, Loriot kennengelernt zu haben. Nach wie vor kommt kein anderer Komiker an seine Klasse heran." Noch heute schaut sich Katja Bogdanski an trüben Tagen "ihren" Sketch auf DVD an und freut sich, mit "Zickezacke Hühnerkacke" ein wenig unsterblich geworden zu sein.
Holtorfsloh. Leicht hat es Katja Bogdanski (38) als kleines Mädchen nicht gehabt. "1978 war ich die dickste Schülerin der Bassener Grundschule. Dementsprechend wurde ich oft gehänselt." Doch das sollte sich ändern. Denn ausgerechnet Klein-Katja wurde von Vicco von Bülow alias Loriot für den legendären Kult-Sketch "Weihnachten bei Hoppenstedts" entdeckt. Als dickes freches, geschlechtsneutral anmutendes Enkelkind von "Opa", gespielt von Loriot, tritt Katja Bogdanski als Dickie Hoppenstedt gegen den Fernseher, "entzückt" mit dem Gedicht "Zickezacke Hühnerkacke" und bekommt als Weihnachtsüberraschung ein kleines Atomkraftwerk geschenkt.
Die 25-minütige Groteske um eine Spießerfamilie, die Weihnachten feiert, hat Kult-Status und wird regelmäßig an den Weihnachtsfeiertagen im Fernsehen gezeigt. Doch davon ahnte Bogdanski als Zweitklässlerin im Spätsommer 1978 auf dem Schulhof in Bassen noch nichts. "Ausgerechnet unser Hausmeister Mitschke brachte das Redaktionsteam von Radio Bremen, das mit dem Casting für Loriot beauftragt war, darauf, mich kennenzulernen." Gesucht wurde ein kleines, dickes, auf-gewecktes Kind. "Unserm Hausmeister war sofort klar, dass nur ich in Frage kommen könnte."
Die Eltern von Katja Bogdanski waren angetan von dem neuen "Nebenjob" ihrer Tochter, "obwohl es ja eigentlich netter ist, als kleine Märchenprinzessin entdeckt zu werden". Doch: "Fernsehen war damals noch etwas Besonderes. Alle fanden es spannend und aufregend, mitzuerleben, wie ein Film entsteht."
Vicco von Bülow entschied sich während des Vorsprechens der Kandidaten schnell für Katja Bogdanski. "Ich musste einen Text aufsagen und auf und ab gehen. Als Loriot dann lachte und sagte, ,das passt', war ich sehr stolz."
Erst Jahre später hat sie erfahren, wen sie damals glatt ausgestochen hatte. Denn der heutige Star-Entertainer Hape Kerkeling, der auch zum Casting geladen war, hatte gegen die kleine blonde Katja keine Chance. "Das wurmt ihn heute noch", weiß die Holtorfsloherin.
Die Dreharbeiten hat sie als anstrengend in Erinnerung. "Ich hätte nicht gedacht, dass Humor eigentlich harte Arbeit ist. Loriot ist ein Perfektionist und hat seine eigenen Vorstellungen, die er umgesetzt wissen will." Immer wieder mussten die Szenen zu "Weihnachten bei Hoppenstedts" wiederholt werden. "Ich hab' wohl 88 Male gegen den Fernseher getreten, bis Vicco von Bülow sein Okay gab." Ähnlich verhielt es sich mit Grimassenziehen wie Zungeherausstrecken und dem Aufsagen von "Zickezacke Hühnerkacke" nicht einfach für eine Siebenjährige. "Außerdem war ich zwar aufgeweckt, aber eben nicht so frech und bockig, wie es von Dickie Hoppenstedt gefordert wurde." Da war es beruhigend, dass die Mutter von Katja Bogdanski immer am Set war, Tränen trocknete und für Beschäftigung sorgte, wenn sich die anderen Schauspieler durch die Szenen spielten und Katja auf ihren Einsatz warten musste.
Der Starruhm ließ nicht lange auf sich warten. Denn "Dickie Hoppenstedt" wurde schon mal zu den Dreharbeiten per Chauffeur von der Schule abgeholt. "Da spielte meine pummelige Figur keine Rolle mehr. Stattdessen habe ich sogar Autogramme gegeben Karten, die meine Eltern gebastelt hatten." Auch nach dem Dreh für "Weihnachten bei Hoppenstedts" kamen Angebote für den "Kinderstar". So trat Katja Bogdanski bei Rudi Carrell in seiner Show "Am laufenden Band" auf und in Sketchen mit Diether Krebs und Iris Berben eigentlich gute Voraussetzungen für eine steile Schauspielerinnen-Karriere. Aber es kam anders. "Meine Mutter sagte irgendwann, ich solle erst die Schule zu Ende machen." Danach fand sie das Show-Geschäft nicht mehr so spannend, wurde stattdes- sen Parfümeriefachverkäuferin und Visagistin. Heute ist sie Vertriebsleiterin für ein Kosmetikunternehmen. "Das war damals eine schöne Lebenserfahrung, und es macht mich stolz, Loriot kennengelernt zu haben. Nach wie vor kommt kein anderer Komiker an seine Klasse heran." Noch heute schaut sich Katja Bogdanski an trüben Tagen "ihren" Sketch auf DVD an und freut sich, mit "Zickezacke Hühnerkacke" ein wenig unsterblich geworden zu sein.
JA
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