Auch Niedersachsen will Hunde bändigen
Maulkorb- und Leinenpflicht geplant
Nach zahlreichen Beißattacken von Hunden plant die niedersächsische Landesregierung eine Gesetzesverschärfung. Verurteilte Gewalttäter und Drogenabhängige sollen künftig keine großen oder gefährlichen Hunde mehr halten dürfen, sagte der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, gestern in Hannover. Zudem ist eine Maulkorb- oder Leinenpflicht für Hunde geplant, die schwerer als 20 Kilo sind. "Davon befreit wird nur, wer sich gemeinsam mit dem Hund einem Eignungstest beim Tierarzt unterzieht", betonte Hahne. Bis August soll die Neuregelung verabschiedet werden.
In Hildesheim hatten am vergangenen Sonnabend wie berichtet zwei Rottweiler zwei Kleinkinder und deren Mutter angefallen und schwer verletzt. Die Besitzerin der Hunde hatte 18 Vorstrafen unter anderem wegen Drogendelikten und Körperverletzung. Wenige Tage später hatte in Hildesheim ein Jagdhund eine vierfache Mutter in den Oberschenkel gebissen. In Salzgitter verbiss sich ein freilaufender Hund vor zwei Tagen in den Unterarm einer 70 Jahre alten Joggerin. Gestern wurde eine 61-jährige Frau auf Wangerooge gebissen. Eine generelles Freilaufverbot plant die Regierung nicht. "Die Hunde sollen ihren Bewegungsdrang auf Wiesen und in Wäldern ausleben können", betonte Hahne. Dies sollte aber nur mit einer zuvor vom Tierarzt geprüften Eignung geschehen oder mit einem Maulkorb Ob der Test auch für sogenannte Kampfhunde, die weniger als 20 Kilogramm wiegen, bindend sein soll, wird laut Ministerium noch überprüft. Die Grünen in Niedersachsen bezeichneten die geplanten Verschärfungen als unzureichend und in Teilen falsch. Ein definitives Verbot der Hundehaltung für ehemalige Straftäter sei fachlich umstritten und rechtlich nicht haltbar, sagte der innenpolitische Sprecher Ralf Briese. Er forderte stattdessen den verpflichtenden Erwerb eines sogenannten Hundeführerscheins und eine Versicherungspflicht für alle Hundebesitzer. Die Schuld für Beißvorfälle liege zumeist "am oberen Ende der Leine". Nach dem Willen des Landwirtschaftsministeriums soll außerdem künftig jedem Hund ein Datenchip unter die Haut eingepflanzt werden. Darauf soll die Adresse des Besitzers und das Ergebnis der Eignungsprüfung gespeichert werden.
Kommentar Seite 2
In Hildesheim hatten am vergangenen Sonnabend wie berichtet zwei Rottweiler zwei Kleinkinder und deren Mutter angefallen und schwer verletzt. Die Besitzerin der Hunde hatte 18 Vorstrafen unter anderem wegen Drogendelikten und Körperverletzung. Wenige Tage später hatte in Hildesheim ein Jagdhund eine vierfache Mutter in den Oberschenkel gebissen. In Salzgitter verbiss sich ein freilaufender Hund vor zwei Tagen in den Unterarm einer 70 Jahre alten Joggerin. Gestern wurde eine 61-jährige Frau auf Wangerooge gebissen. Eine generelles Freilaufverbot plant die Regierung nicht. "Die Hunde sollen ihren Bewegungsdrang auf Wiesen und in Wäldern ausleben können", betonte Hahne. Dies sollte aber nur mit einer zuvor vom Tierarzt geprüften Eignung geschehen oder mit einem Maulkorb Ob der Test auch für sogenannte Kampfhunde, die weniger als 20 Kilogramm wiegen, bindend sein soll, wird laut Ministerium noch überprüft. Die Grünen in Niedersachsen bezeichneten die geplanten Verschärfungen als unzureichend und in Teilen falsch. Ein definitives Verbot der Hundehaltung für ehemalige Straftäter sei fachlich umstritten und rechtlich nicht haltbar, sagte der innenpolitische Sprecher Ralf Briese. Er forderte stattdessen den verpflichtenden Erwerb eines sogenannten Hundeführerscheins und eine Versicherungspflicht für alle Hundebesitzer. Die Schuld für Beißvorfälle liege zumeist "am oberen Ende der Leine". Nach dem Willen des Landwirtschaftsministeriums soll außerdem künftig jedem Hund ein Datenchip unter die Haut eingepflanzt werden. Darauf soll die Adresse des Besitzers und das Ergebnis der Eignungsprüfung gespeichert werden.
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