Es geht um die Existenz
Milchbauern in Angst - Diskussion am Montag in Winsen
Von Carsten Weede
WinsenFür viele Milchviehbetriebe in der Region geht es um die nackte Existenz. Noch gibt es insgesamt rund 14 000 Milchviehbetriebe in Niedersachsen. Doch es werden immer weniger. Das große Höfe-sterben hat begonnen.
"Wie geht es weiter mit der Milchwirtschaft in Deutschland?" Diese Frage steht im Mittelpunkt bei einer Podiumsdiskussion mit "hochkarätigen" Experten und Politikern, die am Montag 17. August, um 20 Uhr in der Winsener Stadthalle beginnt.
Auf dem Podium diskutieren der Stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im EU-Parlament, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Lüchow-Dannenberg/Lüneburg, Hiltrud Lotze (SPD), Johanna Voß (Die Linke), Eckhard Pols (CDU) und Boris Freiherr von dem Bussche (FDP), die EU-Abgeordnete Rebecca Harms (Grüne) sowie die Milcherzeuger Gitta Tagermann und Alfred Ritters sowie Jürgen Meenken Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der zur Diskussion eingeladen hat.
19,5 Cent bekommen die Landwirte Jan Benecke und Siegfried Wiegels derzeit für einen Liter Milch. Sie melken 100 Kühe in einem modernen Melkstand gleich neben ihrem Boxenlaufstall am Osterkamp in Scharmbeck. Jeden zweiten Tag kommt ein Tanklastzug, um rund 4500 Liter Milch bei der Höfegemeinschaft der Familien Benecke und Wiegels aus Scharmbeck und Ashausen abzuholen. "Die Preise sind bei weitem nicht kostendeckend", sagt der 40-jährige Benecke.
"Die Quotenerhöhung von einem Prozent wurde in Brüssel nicht gestoppt. Angebot und Nachfrage stehen schon lange nicht mehr in Einklang", sagt sein Berufskollege Dietmar Fritz aus Königsmoor. Er engagiert sich im BDM.
"Die Resignation der Milchbauern ist auf Grund der katastrophalen Situation groß", heißt es in einer Pressemitteilung des BDM-Kreisteams Lüneburg, dass die Veranstaltung organisiert hat. Die Lage der Milchbauern werde sich weiter dramatisch zuspitzen, so lange sie keine kostendeckenden Preise erwirtschaften können. Die bisherigen Hilfsmaßnahmen der Politik hätten sich als ungeeignet erwiesen. Der BDM ruft alle Milchbauern und ihre Familienangehörigen sowie interessierte Verbraucher auf, zu der Diskussionsveranstaltung nach Winsen zu kommen.
JA
NEIN 