Neu Wulmstorf spart
Neu Wulmstorf macht das Licht aus
Es wird dunkler in Neu Wulmstorf, Elstorf und Rade - und das nicht nur, weil die Tage wieder kürzer werden: Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten angesichts ihrer leeren Kassen will die 21 000-Einwohner-Gemeinde mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis jetzt im gesamten Gemeindegebiet in den Wohngebieten nachts das Licht abdrehen.
Neu Wulmstorf. Von Mitternacht bis 5 Uhr sollen die Straßenlampen komplett ausgeschaltet werden. Einzige Ausnahme: die Hauptverkehrsachsen und Fußgängerüberwege. Rund 15 000 Euro Kostenersparnis pro Jahr würde die Totalabschaltung nach Berechnungen aus dem Rathaus bringen. Mit einer einmaligen Investition von 9400 Euro ließe sich die Umrüstung technisch relativ einfach realisieren, schon im Herbst könnte es losgehen, sagt Thomas Saunus, Leiter des Fachbereichs Ortsentwicklung. Zurzeit biete die Gemeinde ihren Bürgern deutlich mehr Beleuchtung als vorgeschrieben sei. "Das ist schön, wenn man Geld hat, aber es gibt außer an gefährlichen Stellen, wo eine Verkehrssicherungspflicht besteht, keinen rechtlichen Anspruch auf Straßenbeleuchtung", erklärt Saunus.
Für freiwillige Ausgaben aber hat die Gemeinde, die ihren Haushalt nur mit Hilfe von Steuererhöhungen kurzfristig retten konnte, eigentlich kein Geld mehr. Im Rat werde der Vorstoß deshalb wohl auf offene Ohren stoßen, schätzt Ekkehard Schmidt-Riediger, Vorsitzender im Ortsentwicklungsausschuss, der sich am Donnerstag, 5. August, ab 19.30 Uhr im Ratssaal mit dem Verwaltungsvorschlag befasst. "An all den Stellen, wo es keine Sicherheitsprobleme gibt, ist es sinnvoll", findet der Christdemokrat. Und auch an den Hauptstraßen, wo die Lampen nicht ausgeschaltet werden, solle geprüft werden, ob es eine Doppelbeleuchtung auf beiden Seiten geben muss, kündigt der CDU-Mann an: "Wir müssen sehen, wo wir sparen können."
