Neu Wulmstorf
Neu Wulmstorfs Politik rudert zurück: Das Licht bleibt an
Die um ihre Sicherheit besorgten Bürger in Neu Wulmstorf dürfen aufatmen: Die Nachtabschaltung der Straßenlaternen ist de facto vom Tisch. Nach den HAN-Berichten über die Pläne, die im Ort einen Aufschrei der Empörung ausgelöst haben, distanzieren sich jetzt alle Ratsfraktionen vom Vorschlag der Verwaltung, aus Kostengründen zwischen 0 und 5 Uhr außer an den Hauptverkehrsachsen die Lichter zu löschen.
Neu Wulmstorf. "Die SPD wollte das von vornherein nicht, wir sehen gar keine Notwendigkeit und werden diesem Vorschlag nicht folgen - aus Sicherheitsbedenken, aber auch, weil es auch mit Blick auf den Haushalt gar nicht notwendig ist", betont SPD-Fraktionschef Uwe Gudowius. Die SPD habe sogar als einzige Fraktion vergebens gegen den Prüfauftrag für die Abschaltung gestimmt, den die Politik der Verwaltung im Zuge der Haushaltskonsolidierung erteilt hatte, betont Gudowius, verwundert über die Äußerungen aus den Reihen der CDU: "Die, die jetzt am lautesten schreien, waren für diesen Auftrag."
Auch in der CDU ist die Abschaltung plötzlich kein Thema mehr, nachdem Fraktionschefin Carola Rust in den HAN gegen den Plan massiv zu Felde gezogen war: "Die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung ist eine Frechheit und ein unnötiges Sicherheitsrisiko", stellt nun auch CDU-Parteichef Malte Kanebley fest.
Das finden jetzt auch die Fraktionschefs von UWG und FDP, die den Prüfauftrag ebenfalls mit beschlossen hatten. "Wir werden Neu Wulmstorf nicht im Dunkeln sitzen lassen", sagt UWG-Chef Hans-Heinrich Wiegers Der Prüfauftrag sei nur erteilt worden, "um mal zu sehen, wie es wäre, wenn." In der heutigen Zeit könne man nicht ein Wohngebiet komplett verdunkeln: "Wir dürfen nicht auf Kosten der Sicherheit sparen."
Genauso sieht das auch FDP-Fraktionschef Manfred Karthoff: "Mit uns wird das nicht gehen angesichts der Sicherheitslage", sagt der Freidemokrat. Er bezweifle auch, dass das Einsparpotenzial tatsächlich 15 000 Euro pro Jahr betrage. Damit ist der Vorstoß gestorben, noch bevor der Fachausschuss am Donnerstag darüber beraten hat.
