Mehrgenerationenhaus

Kommentar: Spiel mit Steuergeld

So schnell kann das gehen: Eben noch als zukunftweisendes Modell für das künftige Miteinander der Generationen in Zeiten zerfallender Familien und überalternder Gesellschaften gepriesen, sind die Mehrgenerationenhäuser wenige Jahre später schon wieder ein Auslaufmodell.

Zumindest in der Form, wie sie Niedersachsens frühere Sozialministerin und spätere Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gewollt und mit Elan und einer ordentlichen Handvoll Kohle aus den Steuersäckeln von Bund und Land ins Leben gerufen hatte.

Denn eines ist wohl klar: Für die 40 000 Euro pro Jahr, mit denen auch die beiden Häuser in Buchholz und Neu Wulmstorf ihre vorher schon gute ehrenamtliche Arbeit ausbauen und mit festen Kräften manch guten Knoten im löchriger werdenden sozialen Netz knüpfen konnten, werden die selbst bereits über Gebühr finanziell strapazierten Kommunen nicht auch noch in die Bresche springen können.

Das allerdings war bereits absehbar, als die Ministerin zunächst im Land und ab 2005 auch noch im Bund die Schaffung solcher Zentren forcierte. Nun sind sie da und werden ihre Angebote bald wieder kräftig reduzieren, ihr bezahltes Personal nach Hause schicken müssen. So entlarvt sich von der Leyens lautstark propagiertes Zukunftsmodell als Spiel mit Steuergeld ohne echten Nachhaltigkeitsfaktor.