Baustreit
Häusern droht der Rückbau
"Traumhafte Aussichten" - so steht es auf dem Werbeschild für zwei Häuser im Bendestorfer Neubaugebiet am Waldfriedenweg. Eins der Gebäude ist bereits bezogen, das andere geht seiner Vollendung entgegen. Doch statt Freude gibt es jetzt erst einmal Ärger und Verdruss.
Bendestorf. "Die Baufirma hat die Baugrenzen nach Angaben der Verwaltung um 54 Prozent überschritten", sagt Ratsherr Claus-Dieter Schmidt von der Bendestorfer Wählergemeinschaft (BWG). Der Bauausschuss der Gemeinde habe die Befreiungsanträge vom Bebauungsplan abgelehnt. Danach könnte der Landkreis eine Geldstrafe für den Rechtsbruch verhängen und sogar den Rückbau anordnen. Doch hinter verschlossenen Türen habe der Verwaltungsausschuss dieses Votum wieder gekippt. Bei einer Ortsbegehung mit Vertretern der Kreisverwaltung wollen sich die Abgeordneten am Dienstag,14. September, ein erneutes Bild von den Ausmaßen machen.
"Das haben wir bereits alles hinter uns", ärgert sich Schmidt, "die Überschreitung der Baugrenzen ist unverändert." Es sei zu befürchten, dass das Verhalten der Baufirma Battenfeld nachträglich geheilt werden solle. Bauträger und Bauherren in Bendestorf könnten dann diese Situation als Präjudiz für eigene bauliche Interessen nutzen. Dem Missbrauch öffne sich damit Tür und Tor, kritisiert Schmidt. Dies wolle die Bendestorfer Wählergemeinschaft unterbinden.
Die Werbung der Firma unter dem Motto "Haus im Haus" bekomme hier einen faden Beigeschmack, stellt die Wählergemeinschaft fest. Jedes Gebäude verfüge über zwei Eigentumswohnungen mit Einzelhauscharakter und einem Penthouse mit großzügiger Loggia, lesen die Spaziergänger auf dem Bauschild. Die jeweiligen Wohnflächen reichen von 140 Quadratmetern an aufwärts.
"Wie steht der Landkreis Harburg als Bau-Aufsichtsbehörde zu diesem Sachverhalt? Oder sind neuerdings die intensiven Beziehungen der Baufirma mit der CDU-Ratsfrau und Maklerin Heide Nemitz stärker als allgemeingültige B-Pläne?", fragt Claus-Dieter Schmidt.
