Baustreit
Maklerin weist Vorwürfe zurück
Bei zwei neu gebauten Häusern am Waldfriedenweg in Bendestorf sind die Baugrenzen um 54 Prozent überschritten worden, hat die zuständige Landkreis-Behörde ermittelt. Eine Entscheidung über Konsequenzen steht noch aus.
Bendestorf. Claus-Dieter Schmidt von der Bendestorfer Wählergemeinschaft (BWG) argwöhnt, "Beziehungen der Baufirma Battenfeld mit der CDU-Ratsfrau und Maklerin Heide Nemitz" könnten stärker sein als B-Pläne.
Jahrelang habe die BWG schädliche Einflussnahmen von Lobbyisten auf die Bebauung im Ort verhindern können. Seit Gründung der "Unabhängigen Gruppe" um Bürgermeister Bernd Wegener gebe es aber eine neue Mehrheit im Gemeinderat. Die BWG könne nun nicht mehr sicherstellen, dass in Bendestorf Gemeinnutz vor Eigennutz gehe. "Sollte die Firma für die Überschreitung der Baugrenzen eine nachträgliche Genehmigung bekommen, beantragen wir eine Sondersitzung des Gemeinderates", so Schmidt.
Die am Bau beteiligte Maklerin Heide Nemitz weist die Vorwürfe zurück. Beide Häuser entsprächen genau den Richtlinien. Wegen des schwierigen Hanggeländes sei jedoch der Einbau von Terrassen, Stufen, Stellplätzen und Stützmauern erforderlich. Diese Flächen habe man plötzlich in das Projekt mit einbezogen. Auch bei den Häusern in der Nachbarschaft sei so verfahren worden. Dort habe sich darüber aber niemand aufgeregt.
Die Ratsfrau bestätigt, dass der Bauherr "ein Bekannter" sei. "Aber das ist doch nicht verboten", betont Heide Nemitz. Es sei auch durchaus legitim, dass sie sich als Maklerin ehrenamtlich im Rat engagiere. Sie wohne in Bendestorf und zahle dort Gewerbesteuer. Warum störten sich immer wieder Menschen daran, dass sie ihrer Arbeit nachgehe? Eine Vermischung von Ratstätigkeit und Beruf habe es noch nie gegeben, erklärt die Politikerin, aus diesem Grund sehe sie der anstehenden Ortsbesichtigung mit den Landkreisvertretern durchaus gelassen entgegen.
Baufirmen-Chef Niels Battenfeld war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
