Heidebahn

Bahnübergänge bald dicht

Zahlreiche Handeloher Bürger fühlen sich durch die Erneuerung der Heidebahn-Gleise massiv benachteiligt. Der Grund: Auf der sechs Kilometer langen Strecke zwischen Handeloh und der Bundesstraße 3 in Wintermoor sollen die vorhandenen drei Bahnübergänge ersatzlos gestrichen werden.
Heidebahn, Buchholz, Wintermoor, Ausbau, Haltestellen

Eine Heidebahn im Bahnhof Büsenbachtal

Handeloh. Nur noch Fußgänger dürften dann an diesen Stellen die Gleise an sogenannten Umlaufsperren überqueren. "Das wird unter anderem für die Feuerwehr zu einem Problem", bestätigt der stellvertretende Gemeindedirektor von Handeloh, Jürgen Lürtzing, die Sorgen der Bürger. Die Schließung dieser Übergänge bedeute für die Betroffenen entweder, lange Umwege in Kauf zu nehmen, oder sich künftig andere Routen zu suchen. Auch der Heidetourismus sei betroffen. Unter anderem würde es deutlich schwieriger werden, die Dröge Heide zu erreichen, ein beliebtes Naherholungsgebiet für Fremde und Einheimische. Diese Aussichten hätten in der Gemeinde in Teilbereichen schon zu erheblicher Unruhe geführt, berichtet Lürtzing, unter anderem bei Kutschunternehmern und Reitern.

Auch für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge werde es keine Ausnahme geben - und nicht einmal für die Feuerwehr, denn der erwähnte sechs Kilometer lange Abschnitt könne an den drei Übergängen dann auch von ihren Fahrzeugen nicht mehr überquert werden: "Falls es auf den Wald- und Heideflächen zu Bränden kommen sollte, wäre das ein großes Problem!" Das Thema Überwege wird nach Auskunft des stellvertretenden Gemeindedirektors in Handeloh schon seit Längerem sehr kontrovers diskutiert. Die Sicherung der Bahnübergänge am Haltepunkt Büsenbachtal und Wörmer Straße/Im Dorf, wie sie jetzt mit Schranken vorgesehen sei, wünschten sich zwar alle Bürger - besonders wegen mehrerer schwerer Unfälle, die sich dort bereits ereignet hätten: "Aber die beabsichtigte Schließung der drei anderen Übergänge hat zu erheblichem Unmut geführt."

Zudem werden die Umgestaltungs- und "Ertüchtigungs"-Pläne für die Heidebahn laut Lürtzing am Bahnhof Handeloh "Änderungen und weniger Komfort" für Touristen und Bahnpendler mit sich bringen. Während Bahnkunden heute unmittelbar am frisch renovierten Bahnhofsgebäude, an den P+R-Parkplätzen und der Haltestelle des Heide-Shuttle über die Gleise gelangen könnten, werde dies zukünftig nur noch über den Bahnübergang an der Hauptstraße möglich sein. Denn eine neue Rampe solle vom zweiten Bahnsteig zunächst zur Straße und nicht mehr direkt zum Bahnhofsgebäude führen: "Eine Planung, die im Rat der Gemeinde auf erhebliches Unverständnis trifft."

Wie mehrfach berichtet, wird derzeit das Gleisbett der gesamten Strecke der Heidebahn erneuert, damit die Züge dort künftig schneller fahren können. Dazu ist langfristig auch der Einsatz neuer Triebwagen vorgesehen, die schneller beschleunigen als die alte Heidebahn. Kürzere Fahrzeiten und attraktivere Fahrpläne sind das Ziel. Laut Lürtzing ist dabei allerdings ein Aspekt nicht bedacht worden: "Und zwar die HVV-Tarifzonen. Handeloh ist in eine zu teure Zone eingruppiert worden. Die Samtgemeinde Tostedt hat bereits den Antrag gestellt, das - im übrigen auch für Tostedt - zu ändern."

Die Heidebahn

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Öffentliche Sitzung

Die nächste Sitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Handeloh wird am Mittwoch, 8. September, auch eine öffentliche Informationsveranstaltung über die Strecken-"Ertüchtigung" der Heidebahn und ihre Folgen für die Bürger sein. Sie beginnt um 20 Uhr im Hotel Fuchs in Handeloh. Unterlagen können im Fachbereich Bauen der Samtgemeinde Tostedt eingesehen werden. (ewa)

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