Elbe-Werkstätten

Die neue Doppelspitze

Einer geht - zwei kommen: Anfang September haben Detlef Scheele, 53, und Rolf Tretow , 48, den mit einem feierlichen Empfang in den Ruhestand verabschiedeten Jürgen Lütjens (66) als Geschäftsführer der Elbe-Werkstätten abgelöst.
 

Marmstorf.  Gleichzeitig änderte sich der rechtliche Status der Einrichtung, in der heute fast 1500 Menschen mit Behinderungen ihren Arbeitsplatz gefunden haben. Zuvor war sie in der PIER Holding vereint mit den Winterhuder- und den Hamburg-Werkstätten. Zukünftig sind die beiden kleineren Einrichtungen Tochterfirmen der großen Elbe-Werkstätten, zum Sommer 2011 sollen sie komplett fusionieren. Davon erhoffen sich die beiden "Neuen", die schon zuvor in der Holding aktiv waren, Synergie-Effekte, mit denen sie den Kostendruck lindern können.

"Wir gehen sorgsam um mit dem, was Sie geschaffen haben", versicherte Detlef Scheele seinem Amtsvorgänger Lütjens während seiner Antrittsrede. Der Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann Lütjens hatte die Werkstätten seit ihrer Gründung 1986 durch den Hamburger Senat aufgebaut. Dabei hatte er konsequent auf eine qualitativ hochwertige, semi-industrielle Produktion gesetzt, mit der auch Geld verdient wird. Seine Nachfolger haben sich in Vorbereitung auf die Übernahme des Amtes in allen Häusern der Einrichtung, von denen allein in Harburg fünf stehen, umgesehen. "Es ist vieles möglich, was ich nicht gewusst habe. Das hat mich sehr beeindruckt", sagte Scheele.

Scheele wohnt in Sasel, er war zuvor Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Der Diplom-Kaufmann Rolf Tretow kommt aus Garstedt, zuvor war er für das Berufsförderungswerk in Hamburg tätig. Sie wollen den kooperativen Stil ihres Vorgängers fortsetzen und die neuen Herausforderungen schultern. Eines ihrer Ziele ist dabei, innerhalb von vier Jahren rund 400 neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen in Partnerunternehmen außerhalb der Werkstätten zu schaffen. Dies befördere die gewünschte Einbindung in die normale Arbeitswelt und sei gleichzeitig kostengünstiger, so Scheele. Bisher sind es bereits mehr als 200.