Harburger Theater

Neue Abo-Reihe

Das Harburger Theater wird noch attraktiver als es ohnehin schon ist. Intendant Axel Schneider plant mit Beginn der Spielzeit 2011/12 eine weitere Abonnementsreihe. Dabei handelt es sich aber nicht um einen weiteren Aufführungstag der bisher angebotenen Vorstellungen, sondern um eine völlig unabhängige Reihe.
Axel Schneider

Axel Schneider, Intendant des Harburger Theaters

Harburg. "Das neue Abonnement wird aus vier bis fünf festen Terminen bestehen", verriet Schneider im HAN-Gespräch. Dabei werde es sich um exklusive Angebote aus den Bereichen Kabarett, Comedy, Musical und Komödie handeln.

Exklusiv bedeutet für Schneider, dass es sich nur um Top-Künstler handeln kann, die im Übrigen nicht aus Hamburg stammen dürfen. Auch weitere Hamburg-Auftritte soll es nur im Ausnahmefall geben. Dabei denkt Schneider gezielt an das Bergedorfer Haus im Park. Denn der Intendant ist natürlich auch Kaufmann: "Wenn ich jemanden für zwei Gastspiele einkaufe, ist es im Verhältnis zu einer einzigen Veranstaltung billiger."

Gleichzeitig soll der bereits bestehende Theaterspielplan wieder etwas "klassischer" werden. In der kommenden Spielzeit werden beispielsweise eine Bühnenfassung von Tolstois Roman "Anna Karenina" gespielt werden.

Schneider weist von vornherein und sehr entschieden jeden Verdacht von sich, die neue Reihe sei eine Reaktion auf die von einigen Seiten in den HAN geäußerte Kritik über eine zu starke Musiklastigkeit des im Oktober beginnenden Spielplans für 2010/11. In der ersten Vorstellungsserie tritt "Familie Malente" auf.

"Die neue Reihe war von uns bereits angedacht worden, bevor dieser Streit begann", argumentiert Schneider. Ihm und seinem Team gehe es darum, neue Besucher für das Theater zu finden, den Bekanntheitsgrad des Theaters innerhalb von Harburg zu steigern und noch mehr Leuten die Schwellenangst zu nehmen.

Immerhin hat Axel Schneider seit der Übernahme des Harburger Theaters gute Arbeit geleistet. Die Abonnentenzahl wird in den nächsten Tagen 1500 erreichen, damit ist das Harburger Theater die einzige Hamburger Bühne, bei der diese Zahl steigt. Dies wertet Schneider als umso erstaunlicher, da seiner Meinung nach die große Zeit der Abonnements vorüber sei. "Heute entscheiden Theaterfreunde spontan, ob sie eine Vorstellung besuchen oder nicht", ist er sich sicher.

Das Harburger Theater

 
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Zur Person

Axel Schneider war 28 Jahre alt, als er 1995 das Altonaer Theater übernahm. 2003 kamen das Harburger Theater und die Hamburger Kammerspiele dazu. Zuvor hatte er Philosophie, Geschichte und Germanistik studiert. Bevor er selbst Regie führte, war er Regieassistent unter anderem von Michael Bogdanov, Galina Woltschek und Jerome Savary. (ebe)