dhp:i aus Harburg ermöglicht den virtuellen Rundgang
In die Luft jagen kann man ihn nicht, ohne gleich den ganzen Stadtteil mitzunehmen. Ist der alte Flakbunker an der Neuhöfer Straße in Wilhelmsburg überhaupt für eine neue Nutzung tauglich? Laut IBA-Planung soll der Bunker bekanntlich künftig als Technikzentrale für ein Nahwärmenetz des Reiherstiegviertels und in seinen öffentlich zugänglichen Bereichen als Dokumentationszentrum mit Café dienen.
Das Problem: Das massive Bauwerk mit seiner zwei bis fast vier Meter dicken Hülle aus Stahlbeton ist durch Sprengungen 1947 im Inneren zerstört worden. Es besteht Einsturzgefahr. Unter Einbeziehung eines Sicherheitsrisikos hätte man nur punktuelle Vermessungen für die Bauplanung durchführen können. Hilfe liefert das Harburger Unternehmen dhp:i mit Sitz im Binnenhafen (Harburger Schloßstraße 6-12). Die IBA beauftragte das Unternehmen, das als eines der ganz wenigen in Deutschland die 3D-Laserscanning-Methode beherrscht, mit der Vermessung des Objektes. Der Geschäftsführer von dhp:i, Dr. Christian Hesse, der das Verfahren auf wissenschaftlicher Seite maßgeblich geprägt hat, erklärt: "Bei der 3D-Laserscanning-Methode werden über einen rotierenden Laser 500 000 Messpunkte in der Sekunde erfasst. So wird eine Vermessung der Gesamtfläche ermöglicht." Die Bauleiter, Architekten und beteiligten Baufirmen haben sich von der Arbeit des Vermessungs-Ingenieurbüros begeistert gezeigt. Die hohe Informationsdichte und die daraus zu folgernden Ergebnisse hätte es anders nicht gegeben. Bislang hat dhp:i bei den Messungen 180 Gigabyte Daten und vier Milliarden einzelne Vermessungspunkte generiert. Diese gehen in CAD-Pläne, Schnitte, Fassadenpläne und Verformungsanalysen ein. So konnte dhp:i die Verformung etlicher Decken exakt bestimmen. Die Aufbereitung der mit dem 3D-Laserscaner gewonnen sogenannten Punktwolken ermöglicht eine detaillierte Ansicht des Flakbunkers in Fotoqualität. Ergebnis: Man kann sich virtuell im Gebäude bewegen.
