Bendestorf

Häuser dürfen bleiben

"Die beiden Häuser der Firma Niels Battenfeld in der Neubausiedlung am Waldfriedenweg in Bendestorf entsprechen den gesetzlichen Vorgaben und dürfen so stehen bleiben. Allerdings müssen eine insgesamt 172 Quadratmeter große Parkplatzfläche und der Teil einer Terrasse zurückgebaut werden."
Bendestorf

Mitglieder des Verwaltungsausschusses und Vertreter des Landkreises Harburg bei der Ortsbesichtigung vor dem Haus Nr. 27 in der Neubausiedlung am Waldfriedenweg in Bendestorf: Helmut Eckelmann (von links), Karl-Heinz Pertek, Bürgermeister Bernd Wegener, Holger Flieth, Heinz Bohnsack, Norbert Kloodt, Peter Krämer und Bernd Beiersdorf.

Bendestorf. Zu diesem Ergebnis kamen Vertreter der Landkreises Harburg bei einer nicht öffentlichen Ortsbegehung mit Mitgliedern des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats. Zwar sei das Haus Nr. 27 um 19 Quadratmeter größer als nach dem Bebauungsplan zulässig, doch dafür habe der Bauherr bereits im Rahmen der Baugenehmigung von der Gemeinde Bendestorf die Zustimmung erhalten. Stein des Anstoßes ist somit lediglich die umfangreiche Pflasterung auf dem Areal. "Das Oberflächenwasser kann hier nicht versickern", befand Norbert Kloodt, Produktverantwortlicher der Bauverwaltung des Landkreises Harburg, geeignet seien zum Beispiel Kies oder Rasengitter. Was nun konkret geschehen soll, entscheidet der Bendestorfer Gemeinderat. Das Dorfparlament wird an dem Verfahren beteiligt, weil es auch die Ausnahmegenehmigung für die vergrößerte Grundfläche des Hauses erteilt hat. "Bei heftigen Regenfällen besteht die Gefahr, dass von diesem auf dem Berg gelegenen Areal ein Wasserfall in die unteren Nachbargrundstücke fließt", sagt Ratsherr Claus-Dieter Schmidt von der Bendestorfer Wählergemeinschaft. Die massive Versiegelung entspreche der Größe eines Einfamilienhauses.

Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wurde gegen den Bauherrn eingeleitet. Wie berichtet, hatte die Bendestorfer Wählergemeinschaft eine Vetternwirtschaft zwischen der Bendestorfer Maklerin und Ratsfrau Heide Nemitz (CDU) und Niels Battenfeld vermutetet. Dagegen hatte diese sich gegenüber den HAN bereits gewehrt. Allerdings gab sie jetzt zu, dass Battenfeld nicht nur ein Bekannter, sondern ihr Sohn sei. Zu einer Vermischung ihrer Tätigkeit als Ratsfrau und Maklerin wäre es nie gekommen. Als Maklerin habe sie die baulichen Überschreitungen nicht zu verantworten. Ratsherr Karl-Heinz Pertek (Unabhängige Gruppe) hat für die Vorwürfe gegenüber Heide Nemitz kein Verständnis: "Hier wurde gezielt Rufschädigung betrieben. Eine ehrenamtlich tätige Ratsfrau darf sehr wohl als Maklerin tätig sein."

Infobox

Baugrenzen überschritten

Bei den zwei neu gebauten Häusern am Waldfriedenweg in Bendestorf waren nach ersten Ermittlungen der zuständigen Landkreis-Behörde die Baugrenzen um 54 Prozent überschritten worden. Der Bauausschuss der Gemeinde hatte daraufhin die Befreiungsanträge vom Bebauungsplan abgelehnt. Danach konnte der Landkreis eine Geldstrafe für den Rechtsbruch verhängen und letztendlich sogar einen deutlichen Rückbau anordnen. (cb)