Filmmuseum Bendestorf

Rolf Meyer - zum Zweiten

Große Freude bei Walfried Malleskat, Leiter des Bendestorfer Filmmuseums: Für die Sonderausstellung "100 Jahre Rolf Meyer und die Junge Film-Union" sind so viele neue Exponate hereingekommen, dass ab sofort eine weitere Schau lockt. Noch bis zum 30. November sind im Seniorenwohnsitz am Eichenort zum Teil noch nie gezeigte Fotos, Programmhefte, Zeitungsausschnitte, Plakate und Autogrammkarten zu sehen.
Walfried Malleskat, Bendestorf, Filmmuseum, Szenenfoto

Walfried Malleskat, Leiter des Bendestorfer Filmmuseums, zeigt stolz eine alte Filmrolle und ein Szenenfoto aus dem Streifen "Die Lüge" der 1949 in Bendestorf entstanden ist. Gustav Fröhlich und Cornell Borchers spielten die Hauptrollen.

Bendestorf. Rolf Meyer (1910-1963), der Begründer von "Heide-Hollywood", hatte in der Nachkriegszeit in Bendestorf einen schweren Start. So musste die Atelierhalle Nr. 1 schon kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1948 wegen Einsturzgefahr wieder abgerissen werden. Das Baumaterial war zu schlecht.

Dass die Arbeiten aber trotzdem gut vorankamen, dokumentiert eine Luftaufnahme, die nur ein Jahr später entstanden ist. Der erste Film "Menschen in Gottes Hand" war im heute nicht mehr existierenden Hotel Schlangenbaum entstanden. Fotos aus verschiedenen Epochen zeigen, wie sich dieses einst ortsbildprägende Gebäude äußerlich verändert hat.

Rolf Meyer, in dessen Ära zwischen 1947 und 1951 insgesamt 20 Kinofilme entstanden sind, hatte in einer 40 Quadratmeter großen Holzhütte auf dem Schierenberg gewohnt. "Weil es dort Seidentapeten und elektrisch absenkbare Fenster mit Blick ins Tal gab, wurde Meyer ein übersteigerter Hang zum Luxus nachgesagt", berichtet Malleskat. Ein Foto dieser Hütte zeigt jetzt, das der Produzent dort sehr spartanisch gelebt hat. Vor zehn Jahren wurde die Hütte abgerissen und durch ein Wohnhaus ersetzt.

Teil 2 der Sonderaustellung "100 Jahre Rolf Meyer und die Junge Film Union", Seniorenwohnsitz, Eichenort 6-12, täglich von 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

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Die Filmstudios

Hier gaben sich die Filmstars die Klinke in die Hand: In den Bendestorfer Filmstudios wurden von 1947 bis 1991 mehr als 100 abendfüllende Spielfilme gedreht. Hinzu kamen Fernsehserien wie "Landarzt Dr. Brock", die Serie wurde anfangs in Schwarzweiß, später in Farbe gedreht und umfasste 26 Folgen à 25 Minuten. Regie in den Jahren 1967 bis 1969 führte Ralph Lothar, das Drehbuch schrieb Rolf Schulz. 1950 sorgte Hildegard Knef mit ihrem Film "Die Sünderin" für einen Aufstand. Wegen einer kurze Nacktszene verbot die katholische Kirche den Kinobesuch, was erst recht für Zulauf sorgte. Im Jahr 1954 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass auch die Freiheit des Films durch das Grundgesetz geschützt sei und die Polizei ihn keinesfalls zensieren dürfe.