Mensch!Tostedt
"Rundum gelungen": Viel Lob für die Messe-Premiere
Es geht auch ohne auswärtige Messegesellschaft, und das offenbar sogar noch viel besser als mit fremden Organisatoren: Die Tostedter Messe, die der örtliche Werbekreis am Wochenende erstmals neu und in kompletter Eigenregie unter dem Motto "Mensch! Tostedt" auf die Beine gestellt hatte, dürfte wohl nicht die letzte ihrer Art gewesen sein.
Tostedt. Das zumindest hoffen viele Besucher und die rund 100 Aussteller, die sich durchweg begeistert zeigten von der dreitägigen Leistungsschau unter der Regie der heimischen Geschäftswelt.
Über ein "tolles, sehr interessiertes Publikum" freute sich Aussteller Jan Baars aus Otter, der mit seinen Marderfallen gleich am Eingang des Messezelts die Besucher empfing und mit seinem Angebot viel Aufmerksamkeit fand. Doch auch bei den Besuchern kam die Mischung aus heimischem Gewerbe, Vereinsdarstellung mit einem zentralen Marktplatz als Kommunikationsplattform gut an.
Besucherin Melike Franzke aus Tostedt kam am Sonnabend und gestern mit zwei ihrer sechs Kinder zur Messe und war rundum begeistert. "Der Mix mit den vielen regionalen Anbietern ist sehr gut, durch das bunte Angebot kommt man mal wieder drauf, sich für bestimmte Dinge zu interessieren. Dass die Kinder so gut mit einbezogen werden, ist schön, und auch die Podiumsdiskussion zur Metropolregion fand ich ganz gut, um mal einen Eindruck zu bekommen, was da eigentlich so passiert", resümierte sie am Ende.
Über die Metropolregion, ihre Probleme, aber auch ihre Chancen diskutierten gestern Morgen auf dem zentralen Marktplatz Fachleute aus Wirtschaft und Politik unter der Moderation von HAN-Chefredakteur Thomas Oldach.
Aus Sicht von Wilfried Seyer, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises, WLH, ist die Metropolregion immer noch zu sehr ein Verwaltungskonstrukt, bei dem sich die Länder in wichtigen Themen wie etwa der Schul- oder Sicherheitspolitik nicht von den anderen hereinreden lassen: "Warum gibt es nicht eine gemeinsame Landespolizeibehörde? Die Tabus sollten weniger werden", findet Seyer. Auch Tostedts Gewerbekreis-Chef Jürgen Salewsky hat noch viele Wünsche an die "Macher" der Metropolregion. Sie sei noch viel zu stark verwaltungsgesteuert: "Die Inhalte kommen zu kurz, gerade auch in der Vermittlung für den Bürger, und der Mittelstand wird immer es dann entdeckt, wenn es klemmt", gab Salewsky dem Metropolregions-Vertreter Klaus Moseleit mit auf den Weg.
Für die eigene Veranstaltung konnte Salewsky am Ende der zweieinhalb Tage eine positive Bilanz ziehen. Die Zielmarke von 5000 Besuchern, die sich der Werbekreis für die Premiere gesetzt hatte, wurde knapp übertroffen.
"Unser Konzept ist aufgegangen", freute sich gestern Abend ein sichtlich erschöpfter Werbekreis-Chef. Die thematische Bündelung der Anbieter, die nicht willkürlich über die Halle verteilt waren, sondern sich in sieben verschiedenen Themenbereichen rund um den zentralen Markt präsentierten, habe funktioniert. Ganz kleine Unternehmen konnten sich dank der moderaten Gebühren ebenso präsentieren wie große, und die Vereine hätten mit ihren eigenen Angeboten eine gute Verzahnung zu den Ausstellern geboten, resümierte Salewsky.
Ob es 2011 eine Fortsetzung wird, will der Werbekreis nach der nun anstehenden Auswertung der wirtschaftlichen Bilanz und einer Manöverkritik in Ruhe entscheiden. "Wir wünschen uns auf jeden Fall sehr, dass es weitergeht und dass wir den positiven Schwung, den wir hier erlebt haben, weitertragen können", sagt Salewsky.
