Sportzentrum

Start frei für Sportzentrum Fleestedt

Fleestedt bekommt sein neues Sportzentrum am Mühlenweg. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde Seevetal jedoch noch völlig offen.
Thomas Wick

„Diese Lösung direkt an der Autobahn ist eine mittlere Katastrophe“, sagt Thomas Wick.

Hittfeld/ Fleestedt. Den entsprechenden Bebauungsplan hat der Gemeinderat Seevetal am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen. Wie berichtet, sollen am Mühlenweg in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 7 eine Sporthalle, zwei Fußballplätze und eine Tennisanlage entstehen. Der alte Sportplatz am Höpen soll langfristig verkauft und als Baugebiet ausgewiesen werden. Beinahe alle Fraktionen und Gruppen zeigten sich zwar nicht glücklich, jedoch zufrieden mit der gefundenen Lösung. "Der Standort ist nicht optimal, aber vertretbar. Und es ist der einzige, auf dem überhaupt die Möglichkeit für den Bau eines Sportzentrums besteht", fasste Norbert Böhlke (CDU) den Sachverhalt zusammen.

Immer wieder hatte es Diskussionen über den Mühlenweg gegeben, angeheizt insbesondere von den Freien Wählern. "Diese Lösung direkt an der Autobahn ist eine mittlere Katastrophe", sagte Fraktionsmitglied Thomas Wick. Zu hohe Feinstaubbelastungen, starke Winde und Kosten in Höhe von 7,9 Millionen Euro führten die Freien Wähler an, um den B-Plan doch noch zu stoppen, und zogen damit den Zorn der zahlreich im Sitzungssaal vertretenen Mitglieder des TuS Fleestedt auf sich.

Als Wick schließlich Seevetals Planungsleiter Fred Patzwaldt unterstellte, die Politik getäuscht zu haben, als er sagte, die Sportler würden den Umzug an den Mühlenweg "grundsätzlich begrüßen", schaltete sich auch Bürgermeister Günther Schwarz ein: "Ihr Stil ist unmöglich. Sie müssen sich einmal merken, dass ein Herr Wick nicht immer Recht hat", sagte er direkt an den aufgebrachten Freien Wähler gewandt. Wick hatte insistiert, dass der Tennis Club nicht umziehen wolle.

Auf wackligen Beinen steht weiterhin die Finanzierung des Projekts. Zwar liegen im Haushalt für das Jahr 2011 Planungsmittel bereit, und der Verkauf der alten Anlage soll geschätzte 1,1 Millionen Euro einbringen. Trotzdem herrscht Unklarheit, wann die Baumaßnahmen beginnen können. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Matthias Clausen, stellte die Befürchtung vieler Ratsmitglieder dar, noch mindestens drei Jahre darauf warten zu müssen. Norbert Böhlke dagegen zeigte sich zuversichtlich, dass bereits 2012 Bagger am Mühlenweg rollen.

Geprüft wird zurzeit, ob die Anlage mit einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft finanziert werden kann. In diesem Fall würde den Bau ein privater Träger übernehmen. Die Gemeinde zahlt daraufhin zehn oder 15 Jahre Pacht für die Nutzung, bis die Anlage schließlich in den öffentlichen Besitz übergeht. "Wir wollen die Umsetzung nicht auf die lange Bank schieben - auch mit Blick auf andere Projekte, die sonst warten müssten", sagte Böhlke.