Alkoholexzesse
Trinker werden immer jünger
Das Gesetz sieht vor: Alkohol erst ab 16! Und selbst dann gibt es für die Jugendlichen nur das ,weiche Zeug’ wie Bier und Wein. Das Hochprozentige gibt es erst ab 18.
Doch wer hält sich da schon dran? Irgendwie kommt man immer an Alkohol.
Gerade dieses Verbot lockt immer mehr Jugendliche an und bringt sie dazu, heimlich und schon in sehr jungen Jahren zu trinken. Es ist wie ein Spiel. Nervenkitzel für die Sinne. Sich nicht von den Eltern, Lehrern oder gar der Polizei erwischen zu lassen, verführt noch mehr dazu. Außerdem will man ja cool sein und dazu gehören, da ist es auch egal, ob der Alkohol schmeckt oder nicht. Zur Not gibt es ja immer noch Mittel wie Brausepulver, um {sbquo}das Zeug’ hinunterzukriegen.
Auch der Kater am nächsten Morgen sollte wohl eher abschreckend wirken, und doch wird immer wieder zur Flasche gegriffen. Dabei sein ist nun mal alles, und keiner will als Spießer oder Spaßbremse dastehen.
Mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass sogar schon 12-Jährige auf privaten Saufpartys und auch auf öffentlichen Feiern zu finden sind.
Die geringen Kontrollen und das schlecht schätzbare Alter der Jugendlichen ermöglichen dieses nicht nur in Einzelfällen.
Dass gerade in sehr jungen Jahren die Entwicklung der jungen Menschen durch einen regelmäßigen und hohen Alkoholkonsum beeinträchtigt werden kann, interessiert die wenigsten, und so landen immer mehr Jugendliche, die ihre Grenzen nicht kennen, in Krankenhäusern, müssen dort stationär behandelt werden und ihren Rausch auf diese Weise ausschlafen. Werte zwischen 1,2 und 2,1 Promille der Jugendlichen sind schon lange keine Seltenheit mehr.
Doch das Problem liegt meistens nicht einmal an den Jugendlichen selbst. Durch fehlendes Interesse der Eltern oder einfach den Vertrauensmissbrauch vieler Jugendlicher geraten viele Situationen außer Kontrolle, und die Eltern bekommen meist nicht einmal mit, was ihre Schützlinge an Wochenenden, wenn sie bei einer Freundin übernachten, so treiben.
Strengere Regeln und höhere Strafen wären die einzige Lösung für dieses Problem, doch dafür fehlt bei den meisten der Antrieb und der Willen. Es ist schade, dass sich die wenigsten Eltern darüber Gedanken machen, was für Folgen die frühe Trinkerei ihrer Kinder auf ihre Entwicklung haben kann.
In Bezug darauf sollte es auch mehr Aufklärungsangebote für Eltern und Jugendliche geben, um gerade die sehr jungen Kinder vor einer Alkoholabhängigkeit und einer Entwicklungsstörung zu bewahren.
