Zisch

Löschen, bergen, retten

Wenn ein Notruf in der Einsatzleitzentrale Winsen eingeht, dann ist es für die Feuerwehren Zeit auszurücken. Die Freiwillige Feuerwehr ist für Brände und andere Notfälle ausgebildet. Sie hat die Aufgabe zu löschen, zu bergen, zu retten und zu schützen, dies ist auch das Motto der Feuerwehren.

Sie sind vor Ort, wenn es brennt, ein Tier ins Eis eingebrochen ist, oder auch wenn Hochwasser die Deiche bedroht. Doch dies ist nur ein kleiner Aufgabenbereich, den die Männer und auch Frauen abzudecken haben, die bei der Freiwilligen Feuerwehr ihren Dienst ehrenamtlich, also ohne Bezahlung, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr verrichten.

Für viele fängt es schon mit zehn Jahren in der Jugendfeuerwehr an, wo den Jugendlichen die Gefahren eines Brandes und Wege zur Bekämpfung aufgezeigt werden. Sport und Spaß fehlen dabei jedoch auch nicht. Die Jungen und Mädchen lernen dort alles, was man über die Feuerwehr wissen muss, bevor sie mit sechzehn Jahren in den aktiven Dienst übertreten können.

Aber wie wird man ein richtiger Feuerwehrmann beziehungsweise -frau? Zunächst muss man die vierwöchige Truppmann-1-Ausbildung absolvieren, erst dann darf man als vollwertiges Feuerwehrmitglied bei einem Einsatz mit ausrücken. Im Laufe einer solchen Karriere gibt es verschiedene Ausbildungen, die die angehenden Feuerwehrleute zu Fachpersonal in Sachen Hilfeleistung und Brandbekämpfung macht. Ebenso qualifizieren sie sich so für Beförderungen und bereiten sich auf eine Übernahme verschiedener Funktionen innerhalb der Feuerwehr, wie zum Beispiel die eines Gruppenführers, vor.

Ein Notruf kann zu jeder Tages- und Nachtzeit eingehen, doch dann heißt es: Tempo, schnell zum Gerätehaus! Bei der Freiwilligen Feuerwehr werden die Feuerwehrleute durch einen Funkmeldeempfänger oder die Sirenen, die sich im ganzen Dorf verteilt befinden, aufmerksam gemacht. Man stellt sich natürlich die Frage: "Warum suchen sich Leute so ein gefährliches Hobby aus?" Ich habe Lutz Wreide, Gemeindepressewart und stellvertretender Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Drage, diese Frage gestellt. Seine Antwort: "Zunächst sicher wegen der Kameradschaft. Das Dabeisein, gerade in der Jugendfeuerwehr. Und natürlich wegen des Interesses an der Technik. Sehr bald jedoch bleibt man aus Überzeugung, um da zu sein, wenn man gebraucht wird."

Für Neuankömmlinge, aber auch für die "alten Hasen", denen ein Schicksal oder ein bestimmter Einsatz sehr nahe geht, gibt es eine spezielle Seelsorge, die für Rettungskräfte der Feuerwehr und der Polizei bereitgestellt wird. Speziell für die Notfallseelsorge ausgebildete Geistliche reden mit den Feuerwehrleuten oder auch mit den Opfern und kümmern sich um sie.

Heutzutage gibt es auch Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr, früher war es noch anders. Stefanie Schmitt, bereits seit mehr als 24 Jahren in der Feuerwehr: "Ich bin früher auch in der Jugendfeuerwehr gewesen. Als ich jedoch in den aktiven Dienst überging, war es anfangs ziemlich schwer. Ich war zudem noch die erste Frau in unserer Ortswehr und wurde nicht wirklich akzeptiert oder für voll genommen. Mit der Zeit lernt man aber sich durchzusetzen, und nach und nach ist das Zusammenarbeiten mit den Männern wesentlich einfacher geworden und man versteht sich gut."