Zisch
Niedrige Abitur-Quote in der Elbmarsch
Seit vielen Jahren fühlen sich die Schülerder Elbmarsch benachteiligt, da sie lange Busfahrten bis zu den anliegenden Gymnasien auf sich nehmen müssen. Damit ist vielleicht bald Schluss.
Nach Kritiken und Demonstrationen seitens der Eltern von Kindern aus der Elbmarsch hat sich der Schulleiter der Ernst-Reinstorf-Schule dazu entschlossen, beim Landkreis einen Antrag für einen gymnasialen Zweig an seiner Schule zu stellen. Nach Zusage des Landkreises soll eine Elternumfrage Klarheit über ausreichenden Bedarf an einem solchen Zweig bringen.
Der Schulleiter der Ernst-Reinstorf-Schule (Real- und Hauptschule), Andreas Franz, gab in einem Interview Auskunft über das Vorhaben an seiner Schule in Marschacht. Danach soll der gymnasiale Zweig schon zum neuen Halbjahr eingeführt werden. Es steht jedoch noch nicht fest, da der Schulvorstand den Antrag dafür erst im Dezember gestellt hat. Ausschlaggebend für die Umsetzung wird allerdings eine Elternbefragung sein, denn nur, wenn sich genug Eltern bereit erklären, das Angebot zu nutzen und ihre Kinder auf den Zweig schicken, ist die Sache realistisch.
Die Mindestschülerzahl beträgt 27, erst dann würde eine fünfte Klasse entstehen können. Eltern und Kinder hätten drei Wahlmöglichkeiten: das Gymnasium Winsen, die Integrierte Gesamtschule Roydorf und der gymnasiale Zweig an der Ernst-Reinstorf-Schule in Marschacht. Die neuen Schüler sollen zunächst in dem Hauptgebäude untergebracht werden, für etwa 100 ist noch Platz. Überschreitet die Schülerzahl die Grenze, was in zwei bis drei Jahren passieren könnte, steht eine Grünfläche neben der Schule für einen Anbau bereit.
Einige Eltern sind jedoch der Meinung, dass die Ernst-Reinstorf-Schule nicht genügend Erfahrung mit Unterrichtsstoff auf gymnasialem Niveau hat und ihre Kinder nicht so umfangreich wie auf einem herkömmlichen Gymnasium gebildet und gefördert werden können. Der Schulleiter beteuert dennoch, dass genügend Fachpersonal bereit gestellt und Nachmittagsunterricht stattfinden könne.
Eine Befragung von Realschülern aus dem achten Jahrgang mit gymnasialer Empfehlung ergab, dass das Angebot an Arbeitsgemeinschaften oder Projektgruppen, die sich zum Beispiel auf eine Auslandsreise vorbereiten, nicht mit herkömmlichen Gymnasien mithalten kann. Allerdings ist die Nachfrage für solche im Moment nur teilweise vorhanden, diese wird aber durch Gymnasiasten vermutlich steigen wird.
Das Projekt startet mit der Einführung fünfter Klassen, sodass ältere Schüler nicht mehr auf den Zweig wechseln können. Aus diesem Grund wurden auch Grundschüler nach ihrer Meinung befragt. Eine Grundschülerin sagte, dass sie das Angebot gern wahrnehmen würde. Auch ein nachträglicher Wechsel von der Realschule zum gymnasialen Zweig oder umgekehrt scheint leichter, da Schulgebäude, Mitschüler und teilweise Lehrer schon bekannt sind. Da kein Ortswechsel nötig ist, bleiben die schon geknüpften sozialen Kontakte erhalten.
Die bis zu anderthalbstündige Busfahrt aus den Dörfern Tespe, Avendorf und Bütlingen bedeutet einen zu großen Zeiteinsatz für zehnjährige Fünftklässler und auch ältere Schüler. Das heißt, dass einige Schüler trotz gymnasialer Empfehlung auf die Realschule gehen. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass die Abitur-Quote in der Elbmarsch niedriger ist als zum Beispiel in Winsen. Daher wird dringend eine Möglichkeit gesucht, sein Abitur in näherer Umgebung, wie zum Beispiel Marschacht zu machen.
