Trakour

Trakour - Trendsport jetzt auch in der Nordheidestadt

Parkour, so heißt die neue Trendsporart aus Frankreich. Es ist eine Kombination aus Körperbeherrschung und geistiger Leistung, wobei es die unterschiedlichsten Hindernisse zu überwinden gilt. Diese Hindernisse sind Parkbänke, Mülleimer und auch mal ganze Häuser.

Bei dieser Sportart bewegt man sich durch die Stadt, aber nie auf normalen Wegen. Es kommt sogar vor, dass Häuserschluchten durch waghalsige Sprünge überwunden werden. Die Höhe, die Weite und der Schwung sind entscheidend für den Erfolg und die Sicherheit des Sprunges.

Hierfür gibt es Trakour - das Training für Parkour in der Halle. Das Kunstwort setzt sich aus den Wörtern Training und Parkour zusammen. Hier können selbst die Kleinsten lernen, ihren Körper zu beherrschen und sich sportlich zu engagieren, allerdings dauert es fünf bis sieben Jahre lang, um wirklich gut zu sein und auch hohe Hindernisse überspringen zu können. Außerdem sollten ähnlich wie beim Kampfsport Körper und Geist eins werden.

Auch beim TSV Buchholz 08 wird Trakour angeboten. Wie der Trainer Olaf Meggers sagt, werde das Angebot sehr gut angenommen. Es seien immer 16-18 Traceure anwesend. "Erst mit zwölf Jahren beginnt es richtig", sagte er, "da vorher die Belastung für die Knochen zu hoch ist." Wer also auch über Treppen, Mauern und Zäune springen, einfach quer durch das Gelände auf dem effizientesten Weg von A nach B kommen möchte, der sollte am besten den nächsten Trakour-Trainer in seiner Nähe aufsuchen.

Geduld und Ruhe sollte man für diesen Sport mitbringen, denn es ist nicht immer beim ersten Versuch möglich die schwersten Hindernisse zu überspringen. Außerdem ist jede sportliche Kenntnis, also jeder betriebene Sport, eine gute Hilfe. Das Ziel ist, so schnell und geschmeidig wie irgendwie möglich durch das urbane Gelände kommen.

Erfunden hat das Ganze David Belle, der die Methode von seinem Vater, einem ehemaligen Vietnamsoldaten, erlernt hatte und dann auf die städtische Umgebung anpasste. Ein Widerspruch zur Philosophie des Parkours, welche beinhaltet, seine Umgebung nicht zu zerstören und Respekt vor und keine Vorurteile gegen Mitmenschen zu haben, sind Meisterschaften.

Auch Meggers ist der Meinung, dass Meisterschaften wie "Parcouring" nichts mit der eigentlichen Sportart zu tun haben. Beim Parcouring geht es darum, einen festgelegten Weg so schnell wie möglich zu bewältigen. Dazu drückt man am Anfang und am Ende auf einen Buzzer, der die Zeit millisekundengenau misst. Dabei führt es zur Disqualifizierung, wenn man ein Hindernis auslässt. Die Punktevergabe verläuft folgendermaßen: Jedes der vier Jurymitglieder darf am Ende des Runs 100 Punkte verteilen. Dabei sind vier Kategorien zu beachten: Flow, Kreativität, Ausführung / Sicherheit und Technischer Anspruch / Schwierigkeitsgrad. Für jede Kategorie kann jedes Jurymitglied 25 Punkte verteilen. Insgesamt kann man also 400 Punkte erreichen.

Wer in der Öffentlichkeit Parkour übt, sollte nicht nur mit Gefahren und Verletzungen, sondern auch mit einer ganzen Menge verdutzter und genervter Passanten rechnen. Wer entsprechend vorbeugen möchte, sollte deshalb höflich darum bitten, Platz zu machen, ansonsten muss man mit Unverständnis rechnen. Die meisten Passanten gehen allerdings aus dem Weg, andere halten einen für verrückt.