Karneval in Rio
Wenn alles im Zeichen des Samba-Tanzes steht
Jedes Jahr findet in Rio de Janeiro ein Wettstreit der Sambaschulen statt. Dies ist eins der größten Festivals der Welt und wird weltweit von mehreren Millionen Menschen live verfolgt. Der "Carnaval Carioca" entstand aus einem griechischen Frühlingsfest. Es ist die Zeit der Sünden vor dem 40-tägigen Fasten, in der die Leute essen, tanzen, trinken und "Orgien" feiern.
Am 4. März eröffnet König Momo, der Herr der Unordnung, mit seiner Königin das Fest. An diesem Tag dürfen die Kinder ihre Tanzkünste zur Schau stellen. Organisiert wird das Ganze von der Liga der Sambaschulen Liga Independente das Escolas de Samba do Rio de Janeiro (LIESA). Am nächsten Tag feiern die unteren Sambaligen ihren eigenen Straßenkarneval. Die zwölf nächst größten Sambaschulen treten an diesem Tag auf, um in die Gruppe der Auserwählten zu kommen, die auf der größten Tribünenstraße der Welt, dem Sambódromo de Marquês de Sapucaí, auftreten darf.
Die Arena ist 700 Meter lang und 89 000 Menschen können hier einen Platz finden. Am 6. und am 7. März treten die zwölf besten Sambaschulen dort auf. Bewertet werden Kostüme, Rhythmus, Choreographie und Zusammenspiel der Gruppe. Die Schule mit den meisten Punkten erhält einen Geldpreis und qualifiziert sich für die Gruppe der Besten (Grupo Especial). Der diesjährige Champion ist die Beija-Flor Schule. Am 8. März treten die restlichen Sambagruppen auf, diese nennen sich die "Base Group".
Leider sind Unfälle bei solch großen Veranstaltungen programmiert. Bei den Feierlichkeiten vor Beginn des Karnevals, am 28. Februar, kam in Bandeira do Sul ein Umzugswagen mit einem Starkstromkabel in Berührung. Dabei riss dieses und es kam zu einem Kurzschluss. Durch den folgenden Stromstoss starben 17 Menschen. "Viele Leute waren betroffen und wir kennen weder die genaue Zahl der Todesopfer noch der Schwer- und Leichtverletzten.", erklärte der örtliche Gesundheitsbeamte José Balducci. Am 6. März fand in Santa Catarina ein weiterer Unfall statt, bei dem ein Truck mit 37 Tonnen Konstruktionsmaterial und ein Tourbus kollidierten. Von 43 Passagieren starben 26.
Am 9. März ist der Wettbewerb zu Ende und die Punkte werden öffentlich gezählt. Die Live-Übertragung wird weltweit gezeigt. Die Winner-Parade, bei der die 6 Besten noch einmal auftreten, findet am 12. März statt.
Die Regeln sind sehr komplex. Die Reihenfolge wird per Los bestimmt und jede Schule muss sich jährlich ein neues Thema überlegen. Man hat nur 82 Minuten Zeit für den Auftritt Zeit und für jegliche Verfehlung dieser Angabe werden Punkte abgezogen. Außerdem müssen bis zu 5000 Teilnehmer auf 30 Festwagen verteilt werden. Die Tänzer trainieren ein ganzes Jahr um hier dabei sein zu dürfen und es ist ein Traum für die Meisten, im Scheinwerferlicht zu stehen und sich die Kostüme leisten zu können, die sie nur für wenige Stunden tragen.
Es gibt allerdings auch Schattenseiten. Während des Spektakels und bereits einige Zeit davor sind die Hotels überfüllt und es kommt zu einem deutlichen Preisanstieg. Zusätzlich kommt es durch die vielen Betrunkenen und das Gedränge häufiger zu Spannungen, welche sich auch in Gewalt entladen.
