Kreistag

Poker-Pirat: Jetzt lehnt er sogar Computer ab

Poker-Pirat Erich Romann aus Handeloh manövriert sich im Eiltempo immer weiter ins politische Abseits. Der erste schrille Bierflaschen-Auftritt des einzigen Kreistagsmitglieds der jungen Partei im Harburger Kreistag wird möglicherweise schon sein letzter gewesen sein. Romann weigert sich, die elektronischen Medien für seine kommunalpolitische Arbeit zu nutzen.
Romann

Internet-kritisch: Pirat Erich Romann

Handeloh/Winsen. Als einziger der 63 neu gewählten Kreistagsmitglieder lehnt ausgerechnet der Vertreter der Internet-Partei die Nutzung von Laptop und Internet kategorisch ab und besteht darauf, die Einladungen und Sitzungsunterlagen in Papierform zugeschickt zu bekommen. Das wiederum lehnt die Kreisverwaltung ab.

Er wolle sich keinen Computer zulegen, weil er sonst den ganzen Tag davor sitzen, sein Pokerspiel online betreiben und dann gar nicht mehr rauskommen würde, begründet der 37-Jährige aus Handeloh seine Weigerung, den Laptop zu nutzen, den ihm der Landkreis für seine Arbeit stellt. Obendrein habe über das Internet auch der amerikanische Geheimdienst Zugriff auf alle Daten, sagt Romann. Er selbst nimmt zwischenzeitlich auch immer den Akku aus seinem Handy, weil er sonst immer und überall zu orten sei.

Ohne Computer jedoch kann Romann den Auftrag nicht wahrnehmen, den ihm seine Wähler erteilt haben - allein schon deshalb, weil er die Sitzungen verpassen wird. Der Kreistag hat in seiner Geschäftsordnung beschlossen, dass Einladungen und Sitzungsvorlagen nur noch elektronisch versandt werden. Ausnahmen sind nicht vorgesehen.

"Papier wird es nicht mehr geben", bestätigt Landkreis-Sprecherin Birgit Behrens. Eine Benachteiligung von Mandatsträgern, die das anders haben wollten, sei das nicht, weil den Kommunalpolitikern alle Materialien für die papierlose Arbeit, wie Laptops und Internetzugänge inklusive Schulungen und gewünschte Betreuung, gestellt würden.

Dagegen müsste man eigentlich klagen, findet Pirat Romann.

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Einzelkämpfer

Der Handeloher Pirat Erich Romann sitzt als Einzelkämpfer ohne Fraktionsstatus im neu konstituierten Kreistag des Landkreises Harburg. Im Jugendhilfeausschuss hat er beratende Stimme. Im Kreistag allerdings könnte er wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse bei den Abstimmungen oft zum Zünglein an der Waage werden.