Denkmalschutz

Wassermühle bald wieder in Betrieb?

Jetzt kümmern sich Profis um die Rettung der historischen Wassermühle in Karoxbostel: "Diese Mühle ist ein Glücksfall für Seevetal", sagt Wolfgang Küchenmeister, Denkmalpfleger beim Landkreis Harburg bei einem Ortstermin. "Wir werden ganz schnell für eine Notsicherung sorgen, damit die Gebäudesubstanz keinen weiteren Schaden nimmt", ergänzt der Oberkonservator des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Klaus Püttmann.
Wassermühle Karoxbostel

Oberkonservator Klaus Püttmann (vorn) und Denkmalpfleger Wolfgang Küchenmeister inspizieren das Wohn- und Stallgebäude der Wassermühle Karoxbostel.

Karoxbostel. "Die Mühle darf nicht sterben. Sie ist in einem so guten Zustand, dass sie ganz schnell wieder in Betrieb genommen werden könnte", sagt Müllermeister Franz Rosenkranz. Der 67-jährige Mühlen-Experte betreibt für das Freilichtmuseum am Kiekeberg die historische Wassermühle an der Este in Moisburg. "Die Wassermühle in Karoxbostel war offenbar noch bis in die 1970er-Jahre in Betrieb", weiß Denkmalpfleger Küchenmeister. Auch das angrenzende Wohn- und Stallgebäude aus dem Jahre 1817 sei aus denkmalpflegerischer Sicht ein Schmuckstück. "Es handelt sich um einen seltenen Vierständerbau, der weitgehend im Originalzustand erhalten ist." Glücklicherweise seien alle Archivalien, wie die historischen Mühlenbücher und alle anderen Gegenstände von Wert, bereits in Sicherheit gebracht worden.

"Das oberschlächtige Wasserrad ist zwar in keinem guten Erhaltungszustand, aber das kriegt man wieder hin. Dafür sind alle drei Mahlgänge vorhanden und in einem erstklassigen Zustand", berichtet Müllermeister Rosenkranz nach der Inspektion. Die Mühle sei nicht nur zum Mahlen von Mehl und zum Schroten genutzt worden: "Dort wurde auch schon sehr früh elektrischer Strom erzeugt. Außerdem wurden über eine Transmission die Maschinen in der angrenzenden Sägerei betrieben", erklärt der Müllermeister. "Diese Mühle muss unbedingt erhalten werden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", fordert der Experte. Doch bisher ist laut Nachlassverwalter Karsten Grosinski noch nicht einmal klar, wer die Erben des letzten Mühlenbetreibers, August-Wilhelm Denecke, sind.

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Landesamt für Denkmalpflege

Seit 1979 besteht neben den Denkmalschutzbehörden das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) als zentrale Fachbehörde des Landes mit Sitz in Hannover. Das NLD ist dem Schutz des kulturellen Erbes verpflichtet. Seine Hauptaufgaben sind: die Kulturdenkmäler über und unter der Erde zu erfassen, zu erforschen, zu dokumentieren und die Ergebnisse zu veröffentlichen, das Verzeichnis der Kulturdenkmäler aufzustellen und fortzuschreiben sowie die Denkmalschutzbehörden, die Landeskirchen, das Staatliche Baumanagement und die Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmälern fachlich zu beraten. Mitarbeiter des Landesamtes kümmern sich zudem um Restaurierungen und Grabungen, schaffen wissenschaftliche Grundlagen für die Denkmalpflege und halten zentrale Fachbibliotheken und Archive vor. Die zentrale Fachbehörde in Hannover stellt zudem Spezialwissen und Fortbildung für die landesweit 98 Denkmalschutzbehörden bereit. Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben gliedert sich das Landesamt in vier Arbeitsbereiche: "Archäologie", "Bau- und Kunstdenkmalpflege", "Fachdienste" und "Zentrale Aufgaben".