Buchholz

Ein Tunnel nur für Fledermäuse?

Es klingt wie ein Witz, aber die Diskussion ist bitterernst. Buchholz’ Politiker streiten darüber, ob der Mühlentunnel künftig zur Flatterhalle für Fledermäuse werden soll. So jedenfalls der Vorschlag des Planungsbüros, das mit der Entwicklung des Neubaus für den Mühlentunnel beauftragt ist.
Fledermäuse werden gezählt

Eine beringte Fledermaus der Art Großes Mausohr.

Buchholz. Hintergrund: Wird der neue Tunnel gebaut, muss für den Eingriff in die Natur eine Ausgleichsmaßnahme geschaffen werden. Die Idee des Planungsbüros: Der alte Tunnel soll nicht zugeschüttet, sondern dann zu einem Fledermaustunnel gemacht werden.

Bislang ziehen es die nachtaktiven Tiere vor, sich nicht im viel befahrenen Tunnel aufzuhalten, sondern ruhen tagsüber vor allem in dem Gewässertunnel, der den Steinbach aus Richtung Stadtteich unter der Bahn hindurchführt.

"Dass sich Fledermäuse auch im alten Straßentunnel aufhalten, ist zwar denkbar, aber er bietet keine Idealbedingungen", schätzt Kurt Freitag vom Nabu Buchholz die Situation ein.

Der Vorschlag stieß bei vielen Ausschussmitgliedern ohnehin auf Unverständnis. Vor allem Hannes Henk von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), forderte, den alten Mühlentunnel für Radfahrer und Fußgänger zu erhalten: "Wenn das nicht gewährleistet ist, stimmen wir dagegen!"

Der Ausschussvorsitzende Norbert Stein (SPD) betonte, letztlich würden die Kosten entscheiden: Ob es günstiger ist, den alten Tunnel zuschütten und den neuen mit Fuß- und Radweg zu bauen oder den alten Tunnel für Fußgänger und Radfahrer erhalten und den neuen entsprechend kleiner zu bauen." Das müsse jetzt durchgerechnet werden. Den alten Tunnel zu erhalten könne er sich vorstellen.