Kommentar
Tierschutz im Tunnel - wer kommt auf sowas?
Für den neuen Mühlentunnel ist noch nicht einmal ein Plan beschlossen - da schießen schon die Ideen ins Kraut, was mit dem alten Tunnel geschehen soll.
Nun also Fledermäuse - als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Tunnelneubau. Doch ist gewiss, ob der Große Abendsegler seinem gemütlichen Wassertunnel die schicke "Altbauwohnung" mit hoher Decke vorziehen wird? Rechtfertig das weitere Kosten für den Erhalt eines Tunnels, der ansonsten nicht weiter genutzt wird?
Vor einigen Jahren hat Buchholz reichlich Spott geerntet mit ein paar überdimensionierten Krötentunneln - auch eine Ausgleichsmaßnahme für ein Bauvorhaben. Es beklagt niemand, dass bedrohte Tierarten geschützt werden sollen. Nur darf sich der Steuerzahler zu Recht die Frage stellen, ob es denn immer die Luxusvariante sein muss.
Bald wird in Buchholz ein Mobilitätskonzept erarbeitet, das die Belange von Autofahrern, Radfahrern, Busnutzern und Fußgängern gleichermaßen berücksichtigen soll. Gehört da nicht auch ein Fußgängertunnel in die Überlegung? Und will Buchholz nicht einen schlanken Haushalt verabschieden? Dann muss die günstigste Tunnelvariante (nicht die billigste!) realisiert werden. Eine Herausforderung für den neuen Rat. Aber auch Gelegenheit, dem mit blumigen Worten angekündigten Ende des Blockdenkens Taten folgen zu lassen. Zumal den neuen Tunnel doch alle wollen.
