ICE
Evakuierung zu gefährlich
Ein ICE mit rund 130 Fahrgästen an Bord ist in der Nacht zu Dienstag in Harburg wegen eines technischen Defekts auf freier Strecke liegen geblieben. Vier Stunden lang mussten die Reisenden im Zug ausharren, da sich die Feuerwehr und das Notfallmanagement der Bahn gegen eine Evakuierung des Zugs entschieden hatten.
Harburg. Der ICE 786 war gegen 20.40 Uhr kurz vor den Süderelbbrücken plötzlich stehen geblieben, weil ein Stromabnehmer gebrochen war. Da die Bahnstrecke sich auf einer Böschung befindet und die Fahrgäste zunächst zu Fuß die Schienen der S-Bahn sowie weitere Gleise hätten überqueren müssen, um den Zug zu verlassen, ließ die Feuerwehr die Reisenden in den Waggons auf die Weiterfahrt warten. Während sich die Rettungskräfte um die Zugreisenden kümmerten, zog sich die Beseitigung der Störung über vier Stunden hin. Laut Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis hatten sich Teile des abgebrochenen Stromabnehmers in der Oberleitung verfangen. Erst gegen 0.40 Uhr konnte der ICE seinen Weg mit dem zweiten Stromabnehmer fortsetzen. Nach Angaben der Bahn steht den Fahrgästen eine Entschädigung von 50 Prozent des Fahrpreises zu.
