Ärztemangel
Werbeaktion: Erste Ärztin da!
Ihr Terminkalender ist bereits randvoll. Lauter Patienten, die sich von ihr behandeln lassen wollen. Dabei ist Kirsten Schiebel gerade mal eine Woche als Fachärztin für Allgemeinmedizin in der Neu Wulmstorfer Praxis von Dr. Christian Hartmann und Dr. Beate Schiller. "Ich freue mich über das Vertrauen, das mir hier spontan entgegen gebracht wird. Das macht mir den Start viel leichter."
Neu Wulmstorf. Die 36-Jährige ist die erste Ärztin, die zu ihrer Stelle über die Aktion "StadtLandPraxis" gekommen ist. Diese hatte der Landkreis Harburg im Sommer 2011 gestartet, um dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken.
Doch bei Schiebel war auch viel Zufall im Spiel. "Von der Aktion habe ich Anfang des Jahres im Internet gelesen. Das Angebot schien genau das Richtige für mich, weil ich damit Beruf und Familie verbinden konnte." Sie setzte sich mit Reiner Kaminski, Projektleiter beim Landkreis, in Verbindung, klärte die Details. Schiebel bekam gleich zehn Angebote, unter anderem auch das von Dr. Hartmann, der eine dritte Kraft für seine Praxis suchte. Schiebel: "Schnell war klar: Das passt."
Eigentlich hatte sie nach einer Praxis in Hamburg Ausschau gehalten, weil sie zuletzt in einer Harburger Praxis tätig war. Doch 50 000 Euro für eine Lizenzübernahme - das war für die junge Mutter (zwei Kinder, zwei und fünf Jahre alt) zu viel. So suchte sie nach Alternativen - in Neu Wulmstorf wurde sie nun fündig. Auch Pläne für die Zukunft hat sie bereits, langfristig möchte sie Teilhaberin der Praxis werden. Obwohl gebürtig aus Dortmund, fühlt sie sich längst Harburg Stadt und Land verbunden. Bereits den praktischen Teil ihrer Ausbildung hatte sie an der Asklepios Klinik Harburg, im Krankenhaus Salzhausen und in einer Harburger Praxis absolviert. In Eißendorf hat die Familie nun ein Reihenhaus gekauft. Und weil Kirsten Schiebel sich an ihrer neuen Arbeitsstelle wohlfühlt, hat sie auch schon einer Kollegin aus der AKH den Tipp gegeben, sich mit "StadtLandPraxis" in Verbindung zu setzen. Die 36-Jährige: "Für mich war das in jedem Fall Gold wert."
