Ortsenwicklung
Landkreis bremst Neu Wulmstorf aus
Die Haupteinkaufsmeile in Neu Wulmstorf soll attraktiver werden. Das ist eines der erklärten Ziele, das sich Neu Wulmstorf für 2012 gesetzt hat. Ein Baustein dieser Entwicklung soll der Wohn- und Geschäftskomplex werden, den die Hausbau-Immobiliengesellschaft HBI aus Nottensdorf als attraktives Portal zur Bahnhofstraße auf dem brachliegenden Gelände der ehemaligen Gaststätte Schimmelreiter schaffen will.
Neu Wulmstorf. Eigentlich wollte die HBI im Frühjahr loslegen - doch daraus werde nun nichts, sagt HBI-Geschäftsführer Sven Geertz. Der Grund: Der Landkreis fordert so viele Parkplätze auf dem Gelände, dass das Projekt für die HBI nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen ist.
Nach ihrem aktuellen Entwurf will die HBI auf dem gut 4300 Quadratmeter großen Areal an der Südseite des Bahnhofs ein architektonisch gestaffeltes, aufgelockertes Gebäude mit 44 kleineren, gut 60 Quadratmeter großen Wohnungen und einer Ladenzeile im Erdgeschoss bauen.
"Es wird immer gesagt: Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, und Neu Wulmstorf täte es sicherlich gut, im hinteren Teil der Bahnhofstraße eine Belebung zu haben durch neue Bewohner und Pendler, die mit der S-Bahn fahren", sagt Geertz. Für jede Wohnung will die HBI, wie es die Bauordnung auch durchaus vorsieht, je einen Stellplatz vorhalten, dazu noch 13 Plätze für die Läden - aus Sicht der Projektentwickler völlig ausreichend angesichts der Größe der Wohnungen, der vielen nahen Bahnhofsparkplätze - und auch andernorts in Buxtehude oder Hamburg üblich für derartige citynahe Lagen.
Doch dem Landkreis reicht das nicht. Die Behörde fordert 1,3 Stellplätze pro Wohnung, somit 67 Parkplätze auf dem Gelände, bestätigt Landkreis-Sprecher Georg Krümpelmann. Künftige Mieter hätten zum Teil zwei Autos, auch Besucher und Mitarbeiter der Läden müssten dort parken können: "Städtebaulich ist wichtig, dass dort keine Engpässe entstehen." Auch Nachbarn hätten sich danach schon besorgt erkundigt. Geertz kann dem nicht folgen: "Die Gemeinde muss das jetzt zur Chefsache machen. Wir kommen da nicht weiter."
