Tostedt
Millionen fürs Freibad?
Geht es um die Sanierung des Freibads, geben sich die Politiker der Samtgemeinde Tostedt äußerst spendabel. Bis zu 2,5 Millionen Euro wollen sie für Umbauarbeiten springen lassen. Viel Geld für eine Gemeinde, die mit jedem Euro rechnen muss. Schon in der Vergangenheit war das Freibad ein teurer Spaß, die Samtgemeinde zahlte die Unterhaltskosten von jährlich rund 200 000 Euro. So warnt denn auch René Quante vom Bund der Steuerzahler vor der teuren Sanierung und empfiehlt den Tostedter Politikern die Schließung des Bades, "ohne Wenn und Aber".
Tostedt. Davon aber wollen alle Parteien im Samtgemeinderat nichts wissen. So wurde das Göttinger Planungsbüro "Aquatekten" beauftragt, mehrere Varianten für eine künftige Nutzung des Freibades zu erarbeiten. Diese wurden jetzt im Sportausschuss vorgestellt. Allen gemein, das Freibad in seiner jetzigen Form würde erheblich verändert. In einer konventionellen Variante schlägt das Architektenbüro vor, den jetzigen Nichtschwimmerbereich zuzuschütten und ein neues Nichtschwimmerbecken separat zu bauen. Als Alternativen schlagen die Planer zwei Naturfreibad-Varianten vor. In einer ist sogar die Umgestaltung des Bades in Form eines Sees vorgesehen.
Bei der Präsentation ließ der Göttinger Architekt Tim Köhler überdies keinen Zweifel daran, dass das Bad unabhängig einer Neugestaltung attraktiver werden muss, um mehr Besucher anzulocken. Dazu gehöre auch eine Aufwertung des Geländes mit mehr Liegefläche, Wellness-Zonen und einer Breitrutsche.
Wie Köhler erläuterte, gelten seit November strengere Richtlinien für Naturfreibäder hinsichtlich Sicherheit und Hygiene. Der Standard sei der gleiche wie bei einem klassischen Bad. Nur werde das Wasser nicht durch Chlor, sondern durch Mikroorganismen aufbereitet. Die erst im vergangenen Sommer installierte Heizung würde in jedem Fall bleiben. Angesichts der hohen Investitionskosten wollen die Politiker die Entscheidung nicht alleine treffen. Bei einer Bürgerbefragung sollen die Tostedter zwischen vier Möglichkeiten wählen können. Die vierte ist übrigens die Schließung des Bades . . .
