Ginsterhof

Wo sich die Seele wohl fühlt

Die Zahl der Ausfalltage aufgrund psychischer Erkrankungen nimmt ständig zu, weiß der neue Ärztliche Direktor und Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Ginsterhof, Professor Dr. Christoph Schmeling-Kludas. Etwa jeder fünfte Bundesbürger hat im Laufe seines Lebens Probleme mit der Seele. "Viel mehr Menschen, als die meisten ihrer Mitbürger ahnen, müssen mit seelischen und psychosomatischen Erkrankungen stationär behandelt werden", sagt Schmeling-Kludas.
Ginsterhof

Das Krankenhaus Ginsterhof in Tötensen arbeitet nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen

Tötensen. Das Krankenhaus Ginsterhof in Tötensen gehört zu den ältesten psychosomatischen Kliniken Deutschlands. In dem 150-Betten-Haus werden jährlich etwa 850 Patienten behandelt. 180 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohlergehen der Patienten, die im Durchschnitt 55 Tage im Ginsterhof bleiben. Zum Ginsterhof-Team gehören neben 40 Ärzten und Psychologen auch rund 60 Pflegekräfte, hinzu kommen Küchenpersonal, Hauswirtschafter, Techniker und Bürokräfte.

Im Krankenhaus Ginsterhof werden Erwachsene aller Altersgruppen behandelt. Das Spektrum reicht von verschiedenen Formen der Depressionen über Angst- und Zwangserkrankungen, nicht-stoffliche Suchterkrankungen wie Kauf-, Internet- oder Spielsucht sowie Essstörungen. Hinzu kommen Organerkrankungen, in deren Verlauf seelische Faktoren eine große Rolle spielen. In der Tagesklinik gibt es auch ein Behandlungsgebot für Eltern mit Kind. "Erkrankungen, die eine Entzugs- oder Entwöhnungstherapie notwendig machen, werden bei uns nicht behandelt genauso wie akute Psychosen, akute Selbstgefährdung oder Altersverwirrtheit", erläutert Dr. Schmeling-Kludas. Rund um das Krankenhaus gibt es jede Menge Grün und schöne Plätze zum Verweilen. Die parkähnliche Umgebung vermittelt Ruhe.

Dass im Ginsterhof sämtliche Flure, Aufenthalts, Therapie- und Sanitärräume sowie die Einzel- und Zweibettzimmer hell und freundlich gestaltet sind, verstärkt den Wohlfühl-Effekt. "Ganz wichtig für den Genesungsprozess ist auch gutes Essen", sagt der Ärztliche Direktor. Die Großküche, in der Chefkoch Jens Gerstenkorn das Sagen hat, ist modern und funktional eingerichtet. "Wir verzichten bewusst auf einen großen Speisesaal, stattdessen gibt es mehrere kleinere Speisesäle." Maximal 20 Patienten aus sogenannten Stationsgruppen nutzen Gruppentherapieangebote und machen auch sonst viel zusammen - wie beispielsweise gemeinsam essen.

"Unsere Klinik ist seit 2007 eine gemeinnützige GmbH, die anders als privatwirtschaftlich geführte Krankenhäuser keine Rendite erzielen muss", erläutert Dr. Schmeling-Kludas. Das Krankenhaus arbeite zwar wirtschaftlich und kostendeckend, aber nicht profitorientiert. "Wir sind dem diakonischen Gedanken christlicher Nächstenliebe und -hilfe verpflichtet. Das bedeutet gleichzeitig Offenheit für Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen", betont der 59-jährige Ärztliche Direktor, der in den vergangenen fünf Jahren bereits als Chefarzt im Ginsterhof gearbeitet hat. Als Nachfolger von Dr. Rainer Papenhausen, der nach fast 25 Jahren Tätigkeit im Ginsterhof in den Ruhestand gegangen ist, will Dr. Schmeling-Kludas die erfolgreiche Arbeit fortsetzen: "Wir setzen auf Beziehungsdialoge. Die heute von uns vertretene und praktizierte klinische Psychotherapie entspricht den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen."