B75 neu in Dibbersen

Was lange währt . . .

24 000 Autos in 24 Stunden schlängeln sich tagein, tagaus durch die Ortschaft Dibbersen. Aber nicht mehr lange - denn gestern wurde nun offiziell mit dem Bau der B75 neu begonnen, der von vielen herbeigesehnten Ortsumgehung.
B75 neu

Zum ersten Spatenstich für die B75 neu traten Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (vierter von rechts) und die örtlichen Stadtrats-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten an. Foto: cpa

Dibbersen. Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode sagte beim ersten Spatenstich: "90 Prozent Durchgangsverkehr - das ist schon eine außergewöhnlich hohe Belastung für die Bürger!" Zumal die Prognosen sagen, dass bis 2015 täglich 27 000, bis 2025 sogar 32 000 Fahrzeuge die B75 befahren werden, wie Staatssekretär Enak Ferlemann aus dem Bundesverkehrsministerium mitteilte. Davon seien sieben bis acht Prozent Lkw. Wenn die Umgehung im Mai 2015 fertig ist, fahren nur noch 2000 Fahrzeuge täglich auf der alten B75 durch Dibbersen.

"Die B75 ist eine Hauptentlastungsstraße für die A1, hat aber auch eine regionale Bedeutung: Hier gibt es starke Pendlerströme, und die Logistikbetriebe benötigen gute Verkehrswege", sagte Ferlemann. Das Steuergeld - der Bund zahlt 17,2 Millionen Euro für die 2,7 Kilometer lange Straße - sei gut angelegt.

Warum es von den ersten Plänen aus den 70er-Jahren dann 40 Jahre bis zur Realisierung dauerte, erläuterte Minister Bode: "In den 80er-Jahren kamen neue Umweltbestimmungen dazwischen, es musste komplett neu geplant werden. Nicht alle waren mit dem Straßenbau einverstanden - es gab Klagen. Erst 2010 ist der Bebauungsplan rechtskräftig geworden." Den B-Plan hatte die Stadt Buchholz aufgestellt, um das aufwendigere Planfeststellungsverfahren zu umgehen. Die Kosten dafür trugen Buchholz und "ein großes örtliches Möbelhaus", teilt die Stadt mit. Und dann dauerte es noch fast zwei weitere Jahre, bis der Bund das Geld bewilligte: "Dank eines Aufstockprogramms, aus dem wir 80 Millionen Euro erhalten, können wir in Niedersachsen nun sieben Ortsumgehungen realisieren - auch in Dibbersen", so Bode.

Wie Ferlemann erläuterte, kommen bei der Trassenführung recht neue Elemente ins Spiel, etwa die Anbindung über einen "Ring-Flyover". Das ist ein Kreisverkehr, der die Hauptstraße überbrückt. Er wird östlich des Schnellrestaurants entstehen. Als erstes wird eine Brücke über den Kirchweg in Dibbersen gebaut, mit den Vorbereitungen ist Ende Juni begonnen worden. Die alte B75 wird zurückgebaut - auch im Zuge des Dorferneuerungsprogramms.