Buchholz

Kein Kohlestrom, alle froh

Buchholz/Winsen. Das Aus für das in Brunsbüttel geplante Steinkohlekraftwerk, an dem sich auch die Stadtwerke Buchholz und Winsen beteiligen wollten, macht praktisch alle froh. "Wir hatten uns schon vor einem Jahr während der Ausarbeitung des Klimaschutzkonzepts für Buchholz dafür ausgesprochen, das Kraftwerk nicht zu bauen", sagte Ingo Wolde vom BUND. "Wir freuen uns, dass die Entscheidung jetzt vorliegt." Alternativ könne jetzt nach Standorten für Gaskraftwerke gesucht und an der Energieeffizienzsteigerung gearbeitet werden. "Jetzt wollen wir uns umso stärker für die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts einsetzen." Vertreter von Nabu und Greenpeace äußerten sich ähnlich, betonten aber, dass noch nicht geklärt sei, was stattdessen die Energieversorgung sicherstellen solle.
Kohlekraftwerk

Noch im September demonstrierten Umweltaktivisten vorm Buchholzer Rathaus gegen die Beteiligung der Stadtwerke am Kohlekraftwerk Brunsbüttel - jetzt ist das Projekt gekippt.

Auch die Stadtwerke Winsen sind zufrieden. "Wir hatten selbst schon vor einem Jahr einen Ausstiegsbeschluss gefasst und beantragt. Das wurde auch genehmigt", sagt Matthias Wulf, Prokurist der Stadtwerke Winsen. Von dem bereits investierten Geld sei ein Teil erstattet worden, über die Höhe machte Wulf keine Angaben. Ein Argument für den Ausstieg sei gewesen, dass die Gewerbesteuereinnahmen aus dem Kraftwerksbetrieb in Brunsbüttel bleiben sollten - "obwohl wir Miteigentümer des Kraftwerks wären", so Wulf. Auf die Energieversorgung in Winsen habe der Ausstieg keine Auswirkung.

Ähnlich sieht es auch Wulfs Kollege Helge Dannat bei den Stadtwerken Buchholz. "Wir hatten uns ursprünglich beteiligt, um unabhängig von den vier großen Anbietern zu sein. Die Rahmenbedingungen haben sich jedoch verändert, die Wirtschaftlichkeit ist nicht mehr gegeben. Wir wollen uns jetzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort konzentrieren", sagt Dannat. Es gebe bereits Pläne dafür. Dannat rechnet damit, dass von den investierten 160 000 Euro etwa 50 000 bis 70 000 Euro erstattet werden.