Ovelgönne
Noch mehr Lkw-Verkehr für Neu Wulmstorf?
Quält sich bald noch mehr Schwerlastverkehr über die B73 durch Neu Wulmstorf? Im Herbst beginnen die Arbeiten an einem 16 Hektar großen Gewerbegebiet im Buxtehuder Ortsteil Ovelgönne, das die Stadt Buxtehude direkt an der Grenze zu Neu Wulmstorf bis 2015 komplett fertiggestellt haben will.
Neu Wulmstorf/Ovelgönne. Die Fläche liegt am Ortsausgang von Ovelgönne, linkerhand in Richtung Hamburg, nicht einmal drei Kilometer vom Neu Wulmstorfer Zentrum entfernt. Die Firmen, die sich dort ansiedeln werden, fahren den bereits vermarktungsreifen Gewerbepark direkt von der viel befahrenen Bundesstraße her an. Eine Zufahrt über die B3 neu ist aufgrund des angrenzenden EU-Vogelschutzgebiets nicht möglich.
Durch seine Sandwichlage zwischen Buxtehude und Hamburg leidet die Gemeinde Neu Wulmstorf, die von der B73 durchschnitten wird, ohnehin unter starkem Berufs- und Schwerlastverkehr. "Wir müssen gucken, wer sich in Ovelgönne ansiedelt", sagt Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig. "Ich rechne nicht damit, dass größere Speditionen mit dem entsprechenden Fahrzeugverkehr dort hinkommen werden." Eine zusätzliche Belastung der Gemeinde durch noch mehr Lkw müsse man kritisch sehen.
Ansonsten sieht Rosenzweig keinen Anlass, gegen das neue Gewerbegebiet vorzugehen. "Die Stadt Buxtehude plant das schon lange und ist sehr partnerschaftlich mit uns umgegangen." Eine Konkurrenz für mögliche Gewerbeansiedlungen in Neu Wulmstorf kann Rosenzweig in dem Ovelgönner Gewerbegebiet, das im Besitz der Stadt Buxtehude ist, nicht erkennen. Neu Wulmstorf hat ohnehin kaum noch Flächen für Gewerbeansiedlungen.
Die Parzellen in Ovelgönne stehen von sofort an zum Verkauf. "Das Erschließen von neuen Gewerbeflächen in Buxtehude ist ein strategisch wichtiger Schritt", sagt Kerstin Maack von der Wirtschaftsförderung der Stadt Buxtehude. "Auf diese Weise können wir weiterhin am Markt mit einem differenzierten Flächenangebot agieren." Die flexibel gestaltbaren Grundstückszuschnitte seien ab Anfang 2013 verfügbar. Sie seien geeignet für produzierende und produktionsnahe Betriebe sowie für die Dienstleistungsbranche, sagt Maack. Über die Preise für die Flächen wollte die Wirtschaftsförderung der Stadt keine genauen Angaben machen. In anderen Gewerbegebieten von Buxtehude zahlt man zwischen knapp 40 und 55 Euro pro Quadratmeter erschlossener Fläche. Ovelgönne dürfte mit 65 bis 80 Euro deutlich darüber liegen. Zum Vergleich: Im Süden des Landkreises Harburg kostet ein Quadratmeter Gewerbefläche 35 Euro, wesentlich teurer wird’s in Wennerstorf an der A1 mit 78 Euro.
Bewohner und Lokalpolitiker von Ovelgönne hatten sich lange gegen das direkt an die Wohnbebauung angrenzende neue Gewerbegebiet gewehrt. Ihr Ort sei durch Sandabbau, Betonwerk und den Verkehr auf den Bundesstraßen B73 und B3 bereits belastet genug. Maack sieht in der Erschließung des neuen Gewerbegebiets dagegen "die Sicherung der Innovations- und Zukunftsfähigkeit der Region".
