Tostedt

Kindergarten überdimensioniert?

Die Kritik der Grünen an den Plänen zum Bau eines Kindergartens neben dem Tostedter Jugendzentrum an der Dieckhofstraße fand kein Gehör: Der Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport hat mehrheitlich für das Projekt gestimmt. Die Grünen halten den Standort für falsch. "Es gab eine Begehung, der Bereich war mit Bändern abgesteckt. Ich empfinde das als sehr massiv, was da geplant ist", sagte die Grünen-Fraktions- und stellvertretende Ausschussvorsitzende Birgit Lohmann den HAN. Die anderen Fraktionen hätten das nicht so gesehen.

Tostedt. Wie Samtgemeindebürgermeister Dirk Bostelmann (CDU) schon bei früheren Sitzungen mitgeteilt hatte, seien Alternativstandorte gesucht, aber nicht gefunden worden. Die Grundbesitzer hätten nicht verkaufen wollen.

Knackpunkt für die Grünen war, dass an der Dieckhofstraße ein ganzer Kindergarten entstehen soll, obwohl nur Krippenplätze dringend benötigt werden. Sie berufen sich auf Prognosen des Landkreises Harburg, wonach der Bedarf an Kindergartenplätzen wegen des demografischen Wandels sinken wird. Aus Sicht der Verwaltung überwiegen jedoch Vorteile eines kompletten Kindergartens. "Das ist familienfreundlich und praktikabel", sagt Erster Samtgemeinderat Stefan Walnsch. Nach der Krippe könnten die Kinder nahtlos den Kindergarten besuchen. Auch könne die Aufteilung der Plätze in Krippe und Elementarbereich flexibel gehandhabt werden. "Während die Drei- bis Sechsjährigen in der Regel drei Jahre den Kindergarten besuchen, ist die Verweildauer in der Krippe je nach Situation der Eltern höchst unterschiedlich", erläutert Walnsch. Das wirke sich dann auf die Zahl der jeweils verfügbaren Plätze aus.