Gewalt gegen Beamte
Der weite Weg zurück
Das Schicksal des Polizisten, der Ende Juni in Neuwiedenthal zusammen mit seinen Kollegen von 30 Gewalttätern angegriffen und durch Schläge und Tritte im Gesicht schwer verletzt worden ist, hat viele Menschen bewegt. Trotz der ersten gut verlaufenen Operation ist die berufliche Zukunft des 46-jährigen Beamten weiter offen.
Neuwiedenthal. Wie der Leiter des Neugrabener Polizeikommissariats, Mathias Malowitz, den HAN mitteilte, wurden dem Beamten erfolgreich zwei Titanplatten eingesetzt, die das zersplitterte Jochbein und den Augenboden stabilisieren sollen. Knochensplitter, die sich im Augapfel befanden, wurden entfernt: "Offenbar haben die Splitter nicht den Sehnerv beschädigt. Wenn jetzt alles gut verheilt, sind wir zuversichtlich, dass der Kollege sein Augenlicht behält", sagte Malowitz. "Es ist aber noch ein weiter Weg."
Frühestens in neun Wochen könne der Polizist seinen Dienst wieder antreten - wenn der Heilungsprozess optimal verläuft. Mittlerweile durfte der Beamte das Krankenhaus verlassen, muss aber noch mindestens einmal dorthin für eine weitere Operation zurückkehren. Möglicherweise könnten noch weitere Eingriffe folgen, so Malowitz. Die Kollegen, die bei dem Angriff ebenfalls verletzt wurden, haben gestern Abend zum ersten Mal wieder in ihrer alten Schicht gearbeitet. Malowitz versprach: "Ich werde mich vorher mit den Kollegen zusammensetzen und mit ihnen sprechen."
Bei den Übergriffen in Neuwiedenthal am Abend des 26. Juni waren, wie berichtet, fünf Polizisten verletzt worden, nachdem eine routinemäßige Personenkontrolle aus dem Ruder gelaufen war. Den Ermittlern gelang es mittlerweile, den mutmaßlichen Haupttäter Amor S. (31) festzunehmen. S. hatte den am Boden liegenden Polizisten mit einem Fußtritt die lebensgefährlichen Gesichtsverletzungen zugefügt und sich zwei Tage nach der Attacke bei der Polizei gestellt.
