Parteiendiskussion

HAN-Standpunkt: Forum für politische Pöbeleien

Politikverdrossenheit durch nicht gehaltene Wahlversprechen nimmt zu. Gleichzeitig nimmt die Wahlbeteiligung ab. Daher ist es gut, wenn neue Parteien frischen Wind ins traditionelle Parteiengefüge bringen, solange sie im verfassungsrechtlichen Rahmen agieren.

Die "Etablierten" werden durch die "Neuen" ermuntert, gerade hinsichtlich der schwierigen Mitgliederwerbung unter jungen Leuten alte Zöpfe abzuschneiden. Auch das ist positiv.

Problematisch wird es wie im Falle der neuen Harburger Partei "Die Partei" allerdings, wenn nur kritisiert wird, ohne dass zugleich konzeptionelle und realisierbare Wege zur Lösung von Problemen aufgezeigt werden. Kritik allein kann realpolitische Programmatik nicht ersetzen. Man muss dem Wähler schon sagen, wie es weitergehen soll und wie politische Vorhaben von der Gemeinschaft finanziert werden sollen.

Das ist schwierig, gerade für Anfänger-Parteien. Offenbar beschränkt sich "Die Partei" deshalb weitestgehend auf - ihrer Meinung nach - "satirische Kritik". Doch zwischen gekonnter Satire und rein populistischer Pöbelei besteht ein himmelweiter Unterschied. Letzteres praktiziert "Die Partei" - und macht sich damit unglaubwürdig. Für junge Leute ist sie sicherlich ein willkommenes Forum, politisch mal ordentlich Dampf abzulassen - mehr aber auch nicht.