Hausärzte

"Wir Ärzte fühlen uns verschaukelt"

"Wir fühlen uns verschaukelt": Der Vorsitzende des niedersächsischen Hausärzteverbandes, Dr. Heinz Jarmatz aus Barendorf bei Lüneburg, ist empört über die Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, die eine Honorarkürzung bei Hausärzten vorsehen.

Harburg. Die Politik habe die Allgemeinmediziner mit den Hausarztverträgen an der Nase herumgeführt, meint Dr. Jarmatz: "Wir sollen zwar mehr Arbeit haben, dafür aber nicht honoriert werden. Das würde kein Berufsstand akzeptieren." Der Verbandsvorsitzende kündigt dagegen massiven Protest an. Entsprechende Aktionen der Hausärzte würden bundesweit laufen, weiß der Allgemeinmediziner aus Barendorf und betont: "Unser Protest richtet sich nicht gegen die Patienten, sondern gegen die Politik."

Denn diese habe Patienten und Allgemeinmedizinern das Prinzip der so genannten Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) beziehungsweise Hausarztverträge als Mittel zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen bei gleichzeitiger angemessener hausärztlicher Versorgung nahegelegt und so auch ins Gesetz geschrieben. Jarmatz erinnert an die verbindliche Festschreibung der HZV im Sozialgesetzbuch. Danach sollten sich Patienten, die an einem solchen Programm teilnehmen, für ein Jahr an ihren Hausarzt binden, der dann im Krankheitsfall sämtliche Behandlungsschritte koordiniert. Doch jetzt, wo sich die Praxen dahingehend eingerichtet, viele entsprechend auch - teils erhebliche - Kosten investiert und teilweise sogar ihr Personal vergrößert hätten, solle an den Hausärzten wieder gespart werden: "So geht das nicht!"

Als erste Protestmaßnahme ist laut Dr. Jarmatz eine Plakataktion unter der Überschrift "Der Bundesgesundheitsminister gefährdet Ihre Gesundheit" geplant. Dann würden Unterschriftenlisten und Informationen zum Thema Hausarztvertrag und zu den beabsichtigten Einsparungen des Bundesgesundheitsministers in den Praxen ausgelegt: "Sollte all das nicht fruchten, werden wir auch zu etwas schärferen Mitteln greifen." Im Gespräch sei dabei unter anderem die Schließung von Praxen - nicht nur auf dem Lande, sondern "auch in Hamburg", wo es jetzt schon Engpässe gebe (über das Beispiel Fischbek haben die HAN mehrfach berichtet). Und als "ultima ratio" behalte man sich die Rückgabe der Kassenzulassung vor.

Letztendlich aber hofften die Hausärzte auf die Einsicht und die Vernunft der Politik, machte der Verbandsvorsitzende gegenüber den HAN deutlich.

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Protestaktionen

Mit einer Plakataktion und dem Warnhinweis "Der Bundesgesundheitsminister gefährdet Ihre Gesundheit" wollen Hausärzte bundesweit gegen die Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler protestieren. Ferner wollen sie ihre Patienten mit Hilfe einer Informationskampagne aufklären und Unterschriftenlisten in den Praxen auslegen, um auf diese Weise ihrer Argumentation Nachdruck zu verleihen. Im äußersten Fall ist auch an Praxisschließungen gedacht.