Hausärzte
Hausarztzentrierte Versorgung
Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) ist freiwillig. Jeder Hausarzt und jeder Patient können diese Versorgungsform nutzen, wenn sie möchten.
Sie ist zeitlich begrenzt und verpflichtet die Partner Arzt und Patient zur Zusammenarbeit während dieser Zeit. Dabei verpflichtet sich der Patient, sich erst beim Hausarzt beraten zu lassen, ob, und wenn ja, welchen Spezialisten er für seine Beschwerden aufsuchen sollte.
Im Gegenzug verpflichtet sich der Hausarzt, eine zeitgemäße Praxis vorzuhalten, zeitnahe Termine einzurichten und gut erreichbar zu sein. All das sei in vielen Hausarztpraxen nur durch Ausweitung der Sprechstunden und teilweise auch durch nötige Neuinvestitionen möglich. Das wiederum erhöhe die Betriebskosten, denn Gerät und qualifiziertes Personal kosteten Geld, erläutert der Fischbeker Hausarzt Erwin R. Ottahal. Deshalb benötige ein vorausschauend planender, verantwortungsbewusst handelnder und betriebswirtschaftlich rechnender Hausarzt Planungssicherheit.
Mit Ausnahme von zwei großen Ersatz-Krankenkassen haben fast 200 Krankenkassen an dieser Versorgungsform Interesse bekundet. Sie haben den Hausärzten deshalb nach Leistung gestaffelte Honorarpakete angeboten, die in der Summe deutlich höher liegen als im bisherigen Honorarsystem der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese Krankenkassen hätten verstanden, dass ein System, das auf Massendurchlauf setze und angemessene Behandlung mit existenzgefährdenden Strafen bedrohe statt adäquat zu honorieren, nie zum Einsatz optimaler Mittel führen könne, sagt Ottahal.
