Sex-Verbrecher
Innenexperte: Das ist der falsche Weg!
"So etwas ist vollkommen unzumutbar und eine Frechheit, wie die Justizbehörde mit Harburg umgegangen ist." Ernst Hornung, der Vorsitzende des Harburger Innenausschusses, findet deutliche Worte. Sein Vorwurf: Ohne ausreichende Abstimmung sei der Sex-Täter Hans-Peter W. in der Anzengruberstraße untergebracht worden.
Harburg. Bei einem solchen Thema hätten die zuständigen Stellen auf der anderen Elbseite die Harburger Verwaltung einschalten müssen, mit der Frage, "ob so etwas in einem solchen Bezirk zumutbar ist", so Hornung. Darauf kann es aus Sicht des CDU-Bezirksabgeordneten eigentlich nur ein ganz eindeutiges Nein geben: "Wenn wir uns die Gefühlslage der Harburger einmal angucken - mit den ganzen Gewalttaten in der jüngsten Vergangenheit - dann ist so etwas einfach der falsche Weg. Einem Bezirk, dem ich so etwas zumute, dem muss man auch Antworten bieten."
Als sich gestern abzeichnete, dass die Stippvisite des verurteilten Vergewaltigers befristet ist, zeigte sich Harburgs Bezirksamtsleiter zufrieden: "Es wird hoffentlich eine dauerhafte, anständige Lösung geben, die auf die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung eingeht", so Torsten Meinberg. Auch dem Urteil des EU-Gerichtshofs (siehe Kasten) müsse die deutsche Justiz nachkommen. Ein wichtiges Signal mit Blick auf die weiteren Straftäter, die nach dem Verbot einer nachträglichen Verlängerung der Sicherheitsverwahrung in naher Zukunft auf freien Fuß gesetzt werden, sei, "dass diese nicht in der Anonymität der Großstadt untertauchen können".
