HVV-Tipp

Das Zeichen einer wechselvollen Geschichte

Ein Besuch in der Stadt Ahrensburg im Landkreis Stormarn gilt in erster Linie dem Schloss. Dieses ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Landes Schleswig-Holstein. In seinem Inneren befindet sich eine umfangreiche Mobiliar-, Porzellan- und Gemäldesammlung. Um das Schloss herum ziehen sich der Schlosspark mit einer Reihe seltener und alter Bäume sowie mehrere Lindenreihen.

Ahrensburg. Das Schloss ist ein Hauptwerk der Renaissance-Architektur des nördlichsten Bundeslandes und wurde im Jahr 1585 von Peter Rantzau fertig gestellt. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts blieb das Gebäude im Besitz der Familie und wurde dann von dem meckelburgischen Kaufmann Heinrich Carl von Schimmelmann als Sommersitz erworben. Dieser war im Siebenjährigen Krieg bis zum Getreidelieferanten des preußischen Heers aufgestiegen. Von seinem Gewinn zahlte er nicht nur Ahrensburg, sondern auch den Lagerbestand der Meißener Porzellanmanufaktur - die Basis der heutigen Sammlung. Schimmelmann wurde aber auch als Sklavenhändler einer der reichsten Männer Europas und ließ das Ahrensburger Schloss in ein spätbarockes Landschlösschen umbauen. Durch Krisen und wirtschaftliche Depressionen schwand das Interesse an dem alten Herrenhaus. Von 1932 an stand es leer, das Inventar war teilweise versteigert und unter anderem von der Sparkasse Ahrensburg erworben worden. Schließlich kaufte diese auch das Schloss und richtete dort 1935 ein Museum ein.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude weitgehend erfolgreich unter Tarnnetzen versteckt. Dabei wurde es als Lazarett und Sitz der Deutschen Seewarte benutzt. Nach dem Krieg kamen erst die Briten, dann 400 Flüchtlinge und schließlich eine Berufsschule. Erst 1955 wurde das Schlossmuseum wiedereröffnet. Das Gebäude diente als Kulisse für mehrere Edgard-Wallace-Verfilmungen und als Motiv für die 280-Pfennig-Marke der Serie Deutsche Schlösser und Burgen. Seit 2003 gehört das Schloss zu einer Stiftung.

Bei einer Besichtigung bekommt man das untere und das mittlere Wohngeschoss zu sehen. Die Kellerräume und die oberste Etage werden nur zum Tag des offenen Denkmals freigegeben. Der Großteil des Inventars stammt aus der Schimmelmannschen Zeit. Entweder wurden sie vor Ort bestellt und gekauft oder von einer der vielen Reisen mitgebracht. Der Rundgang führt unter anderem durch das Speisezimmer mit dem dunklen Eichenholz, durch den Gartensaal mit dem großen Blumenstillleben, durch das große Treppenhaus mit der freistehenden barocken Treppenkonstruktion, durch den Emkendorf-Saal und den Festsaal mit dem sternförmigen Parkett.

Das Schloss ist täglich, außer montags und freitags, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Wegen Trauungen ist es am Mittwoch, 8. September, und am Mittwoch, 20. Oktober, geschlossen. Der Eintritt beträgt vier Euro, für Kinder zwei Euro. Familienkarten kosten acht Euro.

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Wie man ans Ziel kommt

HVV-Fahrten von Harburg nach Ahrensburg können unterschiedlich lange dauern. Zunächst geht es mit der S3 oder S31 bis zum Hauptbahnhof. Hier heißt es umsteigen. Wenn gerade eine Regionalbahn (R10) nach Ahrensburg/Oldesloe/Lübeck fährt, sollte man sofort einsteigen. Denn die erreicht Ahrensburg in lockeren 13 Minuten. Muss man dagegen die U1 ab Hauptbahnhof Süd benutzen, werden daraus rund 35 Minuten. Eine Einzelfahrt kostet 2,75 Euro, für Familien gibt es Gruppenkarten. (ebe)