Hafenquerspange
Entscheidung für Südtrasse
Das Bundesverkehrsministerium hat sich überraschend festgelegt: Die A26 wird mit einem neuen Autobahnkreuz Süderelbe an die A7 angeschlossen und südlich des Hafens auf die A1 weitergeführt. Das Ministerium entsprach damit dem Wunsch Hamburgs, die Hafenquerspange neu zu planen. Dass die neue Straße A26 heißen wird, war bisher nicht vorgesehen.
Harburg/Wilhelmsburg. Für die Autofahrer in Hamburgs Süden herrscht mit der neuen Linienführung Klarheit über die künftigen Straßen, und die Experten in Hamburg und Niedersachsen können jetzt mit der Detailplanung beginnen. Es gibt aber auch schon Kritik. Harburgs SPD-Kreischef Frank Richter hält den Zeitpunkt der Entscheidung für zumindest "ein bisschen unglücklich". Berlin hätte doch abwarten können, ob der neue Hamburger Senat möglicherweise andere Vorstellungen vom Verlauf der Trasse hat.
Die Linienfestlegung aus dem Ministerium war Voraussetzung für die Detailplanung. Kernpunkt ist eine neue Führung der Hafenquerspange, die ursprünglich von der A7-Anschlussstelle Waltershof über den Köhlbrand bis zur Umgehung Veddel (A252) führen sollte. Diese Planung hatte der schwarz-grüne Senat vor zwei Jahren verworfen, weil Verkehrsgutachten bestätigten, dass diese "Nordtrasse" nicht mehr den aktuellen Anforderungen an das Verkehrsnetz entspreche - insbesondere mit Blick auf die Entwicklung des Hamburger Hafens.
Die neue Autobahn zwischen der A7 und der A1 ist eine Fortsetzung der A26, die damit irgendwann von der Elbquerung bei Drochtersen bis zur A1 führen wird. Diese neue 9,4 Kilometer lange West-Ost-Autobahn führt von der künftigen Anschlussstelle der A26 an die A7 über die Süderelbe, den Kattwykdamm und die Hohe Schaar bis zur Kornweide und weiter bis zur Autobahnanschlussstelle Stillhorn an der A1.
Staatssekretär Enak Ferlemann hat die Planung seines Ministeriums bestätigt. Der neue Hamburger Senat soll nun ganz schnell das neue Autobahnkreuz Hamburg-Süderelbe planen. Diese Arbeiten sollen kurzfristig beendet werden, sodass noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren für den Hamburger A26-Abschnitt zwischen der A7 und der Landesgrenze mit Niedersachsen eingeleitet werden kann, so die Zeitplanung aus dem Ministerium. "Damit kommen wir dem Lückenschluss der A26 zwischen der A7 und Stade ein großes Stück näher", meint Ferlemann. Verbindliche Aussagen über einen Zeitplan für die Fertigstellung der A26 zwischen A7 und A1 gibt es bisher noch nicht.
Frank Richter hält die ursprüngliche Nordtrasse der Hafenquerspange für effektiver: "Die Ziele waren doch, die frühere Ost-West-Straße in der Hamburger Innenstadt zu entlasten und den Hafenverkehr dort aufzunehmen, wo er entsteht." Das werde die neue Südtrasse nur zu einem geringen Teil leisten können.
Jochen Klein von den "Engagierten Wilhelmsburgern" bedauert die Entscheidung des Verkehrsministeriums. Damit schreite die "Autobahnisierung" von Wilhelmsburg voran. Die Trasse sei von Schwarz-Grün in Hamburg ins Gespräch gebracht worden, später habe sich Grün davon wieder verabschiedet. Klein: "Unser Widerstand richtet sich aber erst einmal gegen die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße.
