Philips-Gebäude
Der Bagger hat das letzte Wort
Eine Ära geht zu Ende: 24 Jahre nach dem ersten Spatenstich für die vermeintlich modernste Mikrochip-Produktionsstätte im ehemaligen Landschaftsschutzgebiet Hausbruch werden die Gebäude wieder abgerissen. Sie machen nach HAN-Informationen Platz für eine weitere, 25 000 Quadratmeter große Logistikhalle der AMB Property Corporation.
Hausbruch. Von Hausbruch aus wollte Philips-Valvo den Weltmarkt für sogenannte Megabyte-Chips, winzige elektronische Bauteile mit zu jener Zeit utopisch großen Speicherkapazitäten, erobern. Dieser Plan hatte den Senat überzeugt. Er war deshalb bereit, das Landschaftsschutzgebiet zwischen Autobahn A7 und Waltershofer Straße für sein damals aktuelles Leitbild "Standort Hamburg" zu opfern.
Doch schon bei der offiziellen Einweihung des Entwicklungszentrums im Mai 1989 musste Philips-Chef Cornelis Bossers einräumen, dass der ursprünglich für 1990 geplante Beginn der Chip-Produktion sich um drei bis fünf Jahre verzögern würde - wegen der "weltweit veränderten Marktlage". Mit anderen Worten: Asien war schneller und hatte schon begonnen, den Superchip zu produzieren.
Auch das Entwicklungszentrum stand zeitweise leer, zuletzt wurde es von der Philips-Tochter NXP genutzt. Doch als diese Mitte vergangenen Jahres die Arbeitsplätze in Hausbruch aufgab, wurden die beiden Forschungslabors nicht mehr gebraucht. Sie standen zum Kauf, ein neuer Nutzer wurde gesucht. Anfang 2011 ging es dann ganz schnell. Beatrice Göhring, Sprecherin des Bezirksamts Harburg: "Im Januar ist eine Abrissgenehmigung beantragt und auch genehmigt worden." Das bestätigte auch Philips-Sprecherin Sonja Voskuhl, sie nannte auch den neuen Eigentümer: AMB.
Von dem Unternehmen waren noch keine Details des Projekts zu erfahren, Grossmann & Berger, einer der führenden Immobiliendienstleiter in Hamburg, kündigt in seinem Branchendienst aber schon den Bau der Halle an: "Eines der größten Neubauprojekte mit rund 25 000 Quadratmeter ist das AMB Hausbruch Industrial Center von AMB Property. Es ist das größte Projekt im Bereich Logistik."
AMB hat sich schon vorher im Südwesten Hamburgs breit gemacht und dazu beigetragen, dass diese Region im Jahr 2010 die größte Zuwachsrate der Branche in der Metropolregion Hamburg hatte. AMB betreibt schon zwei große Hallen östlich der Waltershofer Straße, die das Unternehmen von Beiersdorf übernommen hatte. Kunden sind dort unter anderem Kühne + Nagel sowie die Stute Verkehrs-GmbH, die wiederum eng mit Airbus zusammenarbeitet.
Peter Schuijlenburg, Vizepräsident von AMB Deutschland, lobt die Lage des Standorts Hausbruch: "Unser Center ist optimal an den Containerterminal Altenwerder sowie an das Hamburger Zentrum angebunden. Die Anlage befindet sich in der Nähe der A7, der Nord-Süd-Achse der Region mit Anbindung an die A1. Diese bietet auch eine schnelle Verbindung zur Metropolregion Rhein-Ruhr."
